Ich sehe was, was Du nicht siehst – Coaching per Skype

23. September 2014 Von In Coaching Ausbildung Gelesen 6038 mal 2 Kommentare

Warum nicht Coaching per Skype oder Facetime? In Zeiten sozialer Netzwerke und neuer Kommunikationsmedien wie Facebook, Xing, Twitter & Co. sowie der vielgepriesenen zeitlichen Flexibilität bietet sich das doch an, oder?

Dieser Artikel soll aufzeigen worauf allgemein zu achten ist und wesentliche Vor- und Nachteile eines Coachingtermins via Skype beleuchten.

Was machen Sie mit einem Interessenten aus Frankfurt, wenn Sie Ihre Praxis in Berlin haben? Sie könnten sich einmal im Monat in der Mitte treffen. Oder Ihr Klient könnte zu Ihnen kommen. Aber mal ehrlich, was spricht dagegen ihm ein Coaching über das Internet anzubieten? Einen PC bzw. Laptop hat jeder, eine Kamera ist sowieso Standard. Die Software ist schnell installiert. Und schon geht`s los.

Theoretisch ist das auch sicher so, und aus meiner Erfahrung spricht auch grundsätzlich nichts gegen Coaching in Verbindung mit Skype. Es sollten nur einige Punkte beachtet werden, damit das Coaching erfolgreich verlaufen kann:

  • Handelt es sich um einen Ersttermin oder kenne ich die Klientin oder den Klienten schon?

Für manche Menschen ist es angenehmer, sich vor dem ersten Skype-Termin einmal im „Original“ zu sehen. Durch die Kameras ist die Abbildung schon mal etwas verzerrt, was mitunter einen falschen Eindruck hinterlassen kann. So ist es durchaus möglich den Ersttermin vor Ort anzubieten und die Folgetermine via Skype.

  • Ist das Thema Skype-tauglich?

Aus meiner Erfahrung ist nicht jedes Thema für Skype geeignet. Zum Beispiel würde ich ein von vornherein emotionales Thema ungern per Skype besprechen, da ich dann schwerer auf entsprechende Reaktionen eingehen kann. Außerdem ist durch die Kameraabbildung die emotionale Regung nicht immer korrekt ersichtlich. Handelt es sich aber um ein eher sachliches Thema wie zum Beispiel eine berufliche Neuorientierung, bietet sich aus meiner Sicht Skype sehr an. Dies ist aber sehr individuell und gibt nur meine persönliche Meinung wieder.

  • In wieweit verändert sich das Verhalten vor der Kamera?

Es kann zunächst ungewohnt sein, sich vor der Kamera zu begegnen. Viele Klienten sind anfangs etwas distanzierter. Jeder der privat Skype nutzt weiß aber, dass sich dieses etwas ungewohnte Gefühl recht schnell legt, wenn sich beide so natürlich wie sonst auch verhalten. Nach kurzer Zeit ist sowohl die Kamera als auch die räumliche Distanz in aller Regel vergessen.

  • Wie stabil ist die Daten-Verbindung?

Beachten sollte man auch, dass die Daten-Verbindungen über Skype nicht immer ganz so stabil sind wie man es sich erhofft. So habe ich zum Beispiel eine (deutsche) Klientin in London und die Verbindung dorthin ist oft alles andere als stabil. Da wir schon länger zusammenarbeiten, uns also recht gut kennen, bringt uns ein Verbindungsabbruch nicht aus der Ruhe. Hinzu kommt, dass auch das Thema kurzfristige Unterbrechung vertragen kann. Dies ist aber nicht bei jeder Person und jedem Thema gegeben.

  • Welches Bild gebe ich ab?

Nicht zu verachten ist das Bild dass ich meinen Klienten von mir und meiner Umgebung biete, sprich welchen Bildausschnitt gebe ich preis? Aus meiner Erfahrung macht es Sinn, auf einen möglichst professionellen Hintergrund zu achten. Sollte der PC z. B. in privaten Räumlichkeiten stehen, sollten Sie sich überlegen, was im Bildausschnitt zu sehen sein darf oder eben nicht. Entsprechend sollte der Skype-Termin vorbereitet werden.

  • Visualisierungsmöglichkeiten

Auch während eines Skype-Termins werden Sie wahrscheinlich Inhalte visualisieren wollen. Somit macht es Sinn ein FlipChart vor Beginn des Termins optimal für Ihren Klienten auszurichten.

Die obigen Punkte beinhalten eigentlich schon sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Die räumliche und zeitliche Flexibilität stellen für mich einen echten Vorteil dar. So kann der oben genannte Klient aus Frankfurt nach einem eventuellen Ersttermin die weiteren Termine per Skype absolvieren. Dadurch spart er enorm viel Zeit und Fahrtkosten.

Haben sich beide erst mal an die Situation vor der Kamera gewöhnt, ist auch die räumliche Distanz quasi überbrückt und es kann ein ganz normales Gespräch geführt werden.

Hier kommt aber auch schon ein Nachteil auf. Soll zusätzlich zu einem Gespräch eine erlebnisaktivierende bzw. interaktive Methode genutzt werden, kommt das Coaching per Skype hier an seine Grenzen. Einfache Aufstellungsarbeiten mit symbolischen Stellvertretern sind möglich, verlieren aber aus meiner Erfahrung etwas an Spannung und Dynamik.

Grundsätzlich würde ich ein Face-to-Face Coaching vor Ort einem Skypetermin vorziehen. Sind aber räumliche Distanzen zu überwinden und lässt das Thema es zu, ist Skype eine geniale Alternative.

Wenn Sie Erfahrungen mit Coaching per Skype haben, freue ich mich über Ihren Kommentar.

Gelesen 6038 mal Letzte Änderung am Dienstag, 23 September 2014 10:09
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2 Kommentare

  • Kommentar-Link Christiane Freitag, 03 Oktober 2014 11:43 gepostet von Christiane

    Hallo Herr Kruse,
    vielen Dank für Ihren Beitrag und weiterhin viel Erfolg mit Ihren Coaching-Sitzungen via Skype
    Herzliche Grüße
    Christiane Richter

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  • Kommentar-Link Sascha Kruse Mittwoch, 01 Oktober 2014 01:44 gepostet von Sascha Kruse

    Meine Klienten nehmen das Coaching via Skype sehr gerne in Anspruch. Das hat enorme Vorteile wenn die Klienten weit entfernt sind (einige Klienten im Ausland betreue ich ausschließlich via Skype) aber auch in der Flexibilität, auf diese Weise ein Coaching in den laufenden Arbeitstag integrieren zu können. Auch mit emotional starken Inhalten haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.

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