Vom Netzwerken zur Kooperation – gemeinsam mehr erreichen!

24. November 2015 Von In Coaching Ausbildung Gelesen 3848 mal 0 Kommentar

In einem kürzlich erschienen Artikel haben wir uns mit dem Thema Netzwerken befasst. Weiterhin haben wir in einem Webinar ausführlich die Vor- und Nachteile aufgezählt und berichtet, wie wir zu dem Thema stehen. Eines kam hoffentlich ganz deutlich rüber: Wir sind ein großer Fan von Netzwerken, wenn diese auf Geben und Nehmen ausgerichtet sind und für die Beteiligten wirklich ein Mehrwert bringen. Deutlich machen wollten wir aber auch, dass wir von Kontaktanfragen wie sie z. B. über Netzwerkplattformen wie XING kommen a la „Hallo Herr Reitz, gerne würde ich Sie in meinem Netzwerk begrüßen....bestimmt ergeben sich aus unserer Zusammenarbeit wertvolle Synergieeffekte...bla bla bla....", nichts halten. Handelt es sich dabei doch eher um getarnte „Verkaufsanfragen". Ich bekomme fast jeden Tag solche Anfragen auch über facebook und lehne diese ab, wenn ich die Person nicht kenne bzw. absehbar ist, dass es sich nur um einen „oberflächlichen" „Verkaufskontakt" handeln sollte. Noch einmal zur Erinnerung: Netzwerken bedeutet für uns: Mit interessanten Menschen, Kollegen einen Wissens- und Erfahrungsaustausch betreiben, voneinander lernen, sich empfehlen (wenn es passt) und diesen Kontakt pflegen. Ein Netzwerk mit qualitativ hochwertigen Kontakten bedeutet für uns, auch Hilfe zu bekommen bei Problemen, und Kunden bei Problemlösungen auch an passende Ansprechpartner verweisen zu können. Das ist in dem Falle für alle Beteiligten ein Gewinn: Der Kunde bekommt schnelle Hilfestellung, selbst dann, wenn wir ihn an eine andere Stelle verweisen müssen, der Netzwerkpartner bekommt einen Auftrag und wir konnten kompetent weiterhelfen.

1 + 1 = 3?

Aus kollegialer Zusammenarbeit in einem Netzwerk kann aber noch mehr entstehen. So gibt es die Möglichkeit, diese Zusammenarbeit noch auszuweiten und „gemeinsame Sache" zu machen. In einer Kooperation bündelt man die individuellen Erfahrungen und das Wissen, um zusammen mehr zu erreichen. Damit Du eine bessere Vorstellung davon bekommst, wie so etwas aussehen kann, hier ein paar Beispiele:

• Du gründest mit jemand zusammen ein Unternehmen.
• Du bietest etwas an, zu dem Du „externes know how" benötigst. Vielleicht bist Du Organisationsentwickler und Dein Kooperationspartner stellt dazu passende „Outdoor-Trainings" bereit.
• Gemeinsame Nutzung von Büroräumen.
• Zusammenarbeit bei Kundenaufträgen, wenn diese für Dich nicht alleine zu schaffen sind oder zusammen einfach besser laufen.

Allen oben genannten Beispielen ist etwas gemeinsam: Es gibt gemeinsame Ziele, zu deren Erreichung jeder (s)einen Teil beiträgt.

Woher nehmen wenn nicht stehlen?

Wenn Du als Freiberufler arbeitest, stellt sich oft die Frage wie Du überhaupt Menschen kennenlernen kannst, die für eine mögliche Kooperation in Frage kommen könnten. Dazu gibt es viele Möglichkeiten:

• Du besuchst einen Unternehmerstammtisch in Deiner Region. Oft werden diese über Netzwerkplattformen beworben und sind offene Treffs.
• Du hast bereits ein Netzwerk und überlegst, wer mit seiner Expertise Dein Angebot sinnvoll ergänzen könnte
• Du besuchst Weiterbildungen und Workshops und sprichst die Menschen an, die etwas interessantes machen. Vielleicht ergibt sich hieraus weiteres.
• Du interessierst Dich für die Menschen in Deinem Umfeld: Auch auf Geburtstagen, Familienfeiern oder ähnlichem gibt es interessante Menschen zum Kennenerlernen.

Drum prüfe, wer sich „ewig" bindet...

Eine alte „Coaching-Weisheit" sagt: Entwicklung braucht Zeit! So ist es auch hier: Passende Kooperationspartner zu finden braucht Zeit und Muße. Der Nährboden jeglicher Beziehung ist Vertrauen – das ist hier nicht anders. Und Vertrauen muss wachsen (können). Empfehlenswert ist, durch gemeinsame Gespräche wirklich herauszufinden, ob man zusammen passt und vor allem, ob die Ziele die man mit einer Kooperation verbindet auch wirklich gleich bzw. ähnlich sind. Ich selbst habe schon Menschen erlebt, die große Ziele hatten und wirkliche „Visionen". Es ist toll und macht Spaß, herumzuspinnen und sich die schönsten Dinge auszumalen. Absolut entscheidend ist aber für mich, was jemand bereit ist dafür dann wirklich zu tun. Nicht wenige bleiben in ihren Planungen stecken oder gute Ideen versanden, weil der Zeitaufwand zur Realisation falsch eingeschätzt wurde oder einfach keine freien Ressourcen verfügbar sind. Oder nur einer macht die Arbeit und es entsteht früher oder später ein Ungleichgewicht, was die zu erledigenden Aufgaben betrifft. Ein Negativbeispiel wäre auch, wenn gemeinsame Absprachen nicht eingehalten wurden und im schlimmsten Fall neben Vertrauens- oder Wortbruch Geld unterschlagen oder verloren gegangen ist. Ich empfehle daher immer, wichtige Absprachen schriftlich zu fixieren. Das muss nicht immer ein richtiger Vertrag sein. Möglich ist auch, wichtige Vereinbarungen zu protokollieren und aufzuheben. Das soll keineswegs Misstrauen schüren! Ist es doch eine Absicherung für beide Parteien, dass man sich über etwas im Klaren ist und untermauert eher die Ernsthaftigkeit des gemeinsamen Vorhabens.

Love it, leave it or change it

Ich selbst habe hier auch schon „Lehrgeld" bezahlt in dem ich Kooperationen eingegangen bin, die sich im Nachhinein nicht als „fruchtbar" erwiesen haben. In einem solchen Fall macht es meiner Ansicht nach Sinn, offen darüber zu sprechen und diese wieder zu beenden. Alles andere wäre krampfig und jeder würde in seiner Entwicklung nur behindert werden. Ist das Vertrauen zwischen Partnern erst einmal beschädigt, ist es oft schwer das wieder herzustellen. Wenn man auch den worst case auf jeden Fall mit einplanen sollte, geht man aber Kooperationen ein um etwas positives zu schaffen. Und das möchte ich auf jeden Fall noch einmal in aller Deutlichkeit betonen. Ich selbst unterhalte viele Kooperationen und profitiere davon sehr – meine Partner offensichtlich auch! 

Wie hältst Du es mit Kooperationen, findest Du das sinnvoll oder bist du lieber alleine erfolgreich?

Gelesen 3848 mal Letzte Änderung am Montag, 27 Juni 2016 14:26
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