27. April 2016 Von Gelesen 2576 mal 0 Kommentar

Keine Frage: Coaching boomt und viele fühlen sich offenbar als Coach und Berater berufen. Schließlich sind wir in einer Beratungsgesellschaft angekommen. Das kannst Du auch sehr gut daran sehen, wenn Du Dir die Regale über Ratgeberbücher in der Buchhandlung Deines Vertrauens mal anschaust. Es ist auch kein Geheimnis, dass die Schere zwischen Coaches die richtig gut im Geschäft sind und denen, die am Existenzminimum „krautern“ sehr groß ist.

Falls Du Dein Business als Coach startest, dann sind diese Zeilen für Dich genau richtig. In diesem Artikel beleuchte ich, wie Du die schlimmsten Fehler von vorneherein erkennen kannst und diese im besten Fall vermeidest. Man muss ja nicht jeden Fehler selbst machen, oder?

Fehler 1:

Blinder Aktionismus - Ich gründe mal drauflos. Schließlich bin ich jetzt Coach und fange mal an. Mal schauen, wer da so in meine Praxis kommt.

Leider ist es oft so, dass viele angehende Coaches eine völlig unklare Vorstellung haben von ihrer Zielgruppe (also dem Kunden, der ihre Dienstleistung braucht), und wie sich diese Zielgruppe erreichen lässt. Dementsprechend ist die Verwunderung groß, wenn sich schlichtweg niemand oder nur wenige für das Angebot interessieren, da es entweder nicht glaubwürdig ist, von den falschen Personen wahrgenommen wird oder es ein Überangebot gibt. Stichwort Positionierung: Auch wenn das Wort „Positionierung“ abgedroschen erscheint macht es ganz viel Sinn, Dein Angebot (vorher) zu überprüfen und Dir auch von anderen Feedback geben zu lassen und zwar (nur) von solchen, die dir konstruktives Feedback geben. Miesmacher, Verderber und Neider halte auf jeden Fall von dir fern. Lass dir also Rückmeldung geben, wie Dein Angebot wahrgenommen wird, ob es glaubwürdig ist und auch, ob es zu Dir passt!


Fehler 2:

Mangelhafte (Finanz-) Planung.

Natürlich habe ich mir erst einmal eine schöne Praxis angemietet. Meine Räume sollten schon auch repräsentativ sein und meine Klienten sich bei mir einfach wohlfühlen. Das lasse ich mir selbstverständlich auch etwas kosten.Das klingt nach Romantik ala Rosamunde Pilcher und taugt bestenfalls für einen Groschenroman. Tatsächlich solltest Du als Coach Unternehmer sein (falls noch nicht, schnellstens werden). Dazu gehört auch, dass Du Deine Finanzen im Griff hast und auch genau prüfst, was ist wirklich für die Ausübung Deiner Tätigkeit unbedingt notwendig. Was sind vielleicht Kostenposten, die Du gerade am Anfang tunlichst vermeiden solltest? Sei hier besonders kritisch! Auch die Erstellung eines Businessplans vor der Gründung macht Sinn. Selbst dann, wenn Du ihn für Deine Gründung nicht brauchst. Auf diesem hast du nämlich noch einmal schwarz auf weiß Dein Konzept, Deine Liquiditätsplanung inkl. Budgets und was sonst noch wichtig ist. Kostenfreie Businesspläne bekommst Du übrigens hier.

Er hilft Dir oder zwingt Dich gar dazu, Dich wirklich ernsthaft mit Deiner Geschäftsidee auseinanderzusetzen und alles festzuhalten. Damit fällt es Dir auf jeden Fall leichter, Dein Unternehmen zu steuern und „Gegenmaßnahmen“ zu ergreifen, falls etwas nicht so laufen sollte wie erwartet. Denn: Machen sich Existenzängste breit und Du hast Geldsorgen, kann es recht schnell vorbei sein mit der Euphorie der Selbstständigkeit und den Traum vom eigenen „Chef. Vielleicht kennst Du auch den landläufigen Spruch: „Das Geld, kann man nur einmal ausgeben“.

Fehler 3:

Ich bin jetzt mein eigener Chef und kann mir meine Arbeit einteilen.Das ist prinzipiell richtig. Sehr schnell wirst Du aber sehen, dass sich Deine Arbeit eben nicht von alleine macht. Du wärst nicht der erste (und vermutlich auch nicht der letzte Coach), der recht ratlos vor dem weißen Papier oder dem PC sitzt und senden/empfangen drückt - möge doch endlich eine Kundenanfrage hereinkommen oder vielleicht ein Bekannter oder Freund die quälende Leere im Kopf unterbrechen. Ohne eine Struktur und auch (zumindest grobe) Tagesplanung passiert es schnell, etwas vielleicht Wichtiges zu vergessen. Gerade Neueinsteiger sind auch vom „prokrastinieren“ befallen. Du weißt noch nicht was das ist? Gemeint ist, sich durch irgendwelche anderen Tätigkeiten von seinem eigentlichen Tun ablenken zu lassen. Dies kann soweit gehen, dass die eigene wertvolle Arbeitszeit komplett verplempert wird. Hier findet Du noch eine Strukturhilfe, wie Du Deinen Arbeitstag bzw. die Arbeitswoche gut planen kannst.


Fehler 4:

Meine Webseite ist jetzt online, die Vistenkarten und Flyer gedruckt und die Kunden rennen mir jetzt die Bude ein.


Ganz ehrlich: Das würde ich Dir wünschen! Wenn Du Dich mit anderen Coaches unterhältst, die hauptberuflich (oder auch nebenberuflich) arbeiten wirst Du ähnliches hören: Ein Geschäft aufzubauen braucht Zeit, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und auch eine gehörige Portion Entscheidungsfreude. By the way: Hast Du eigentlich schon den Selbstcheck „Hast Du das Zeug zum Coach gemacht“? Hier erfährst Du, welche Eigenschaften Du als Coach und Unternehmer bereits mitbringen solltest. Zusätzlich kommt auch der Punkt 2 nochmal ins Spiel: Solltest Du hauptberuflich gründen, brauchst du eine solide Finanzplanung die Dir sagt, wieviel Geld Du im Monat brauchst und woher Du dieses bekommst. Im besten Falle hast Du also Rücklagen gebildet. Gründest Du nebenberuflich, sollte Deine berufliche Tätigkeit soviel einbringen, dass die Fixkosten gedeckt sind.


Fehler 5:???

Welcher Fehler führt aus Deiner Sicht noch zum Misserfolg?

Was denkst Du, vielleicht aus Deiner eigenen Erfahrung: Welcher Fehler führt aus Deiner Sicht garantiert noch zum Misserfolg?
Schreibe mir in den Kommentar oder per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! dann kann ich diesen Punkt noch ergänzen.

Zu guter Letzt: Hast Du Dich in dem einen oder anderen Punkt selbst erkannt? Ich freue mich über Deinen Kommentar.

19. April 2016 Von Gelesen 2283 mal 0 Kommentar

tulips 175605 1280Diese tiefgründige Frage wurde uns von einer Interessentin unserer Coaching-Ausbildung während unseres Info-Abends in der letzten Woche gestellt.

Ich finde diese Frage derart wichtig, dass ich ihr diesen Blogbeitrag widmen möchte. Denn klar, wenn jemand eine Weiterbildung machen möchte, ist es nicht nur legitim, sondern darüber hinaus sinnvoll, sich Gedanken zu machen, was man hinterher damit anstellt.

Es hat sich wahrscheinlich herumgesprochen, dass es mittlerweile sehr viele Coaches gibt und der Begriff inflationär für alle möglichen Formen der Beratung „missbraucht“ wird, die aber nicht wirklich etwas mit Coaching zu tun haben. Doch unabhängig davon, gibt es auch viele seriös arbeitende Coaches. Die einen erfolgreich, die anderen weniger. Erfolgreich sind in aller Regel diejenigen, die ihre Nische gefunden haben, sprich, die sich spezialisiert haben. Nur, wie kommt man zu seiner Nische?

Diese fällt in aller Regel nicht vom Himmel, sondern muss erarbeitet werden. Am besten in Form eines Konzepts. Doch zunächst möchte ich Dir ein paar Tipps als Vorüberlegung an die Hand geben. Am besten schreibst Du Dir Deine Überlegungen gleich auf, dann musst Du Dir die Gedanken nicht zweimal machen.

1. Tipp: Schau auf Deine Berufserfahrung

Zu Beginn kannst Du Dir über Deine Berufserfahrung im Klaren werden. Welche Ausbildung/Studium hast Du absolviert? In welchen Bereichen hast Du bisher gearbeitet? Wo bzw. wie arbeitest Du aktuell? Auf wie viele Jahre Berufserfahrung blickst Du zurück?

Aus diesen Überlegungen kann sich unter Umständen schon eine Idee für eine Zielgruppe ergeben. Hast Du zum Beispiel sechs Jahre im Support des IT-Bereichs gearbeitet und warst richtig gut, kennst Du die Probleme der Kollegen. Du weißt welche Krisen bzw. Konfliktherde es geben kann. So könntest Du Dich als freiberuflicher Coach an Mitarbeiter aus dem Support wenden und ihnen Unterstützung bei der Bewältigung ihrer täglichen Probleme anbieten.

Dieses kleine Beispiel soll nur zeigen, dass es Sinn machen kann, wenn Du Dich an dem orientierst was Du schon kannst. Darin hast Du eine gewisse Feldkompetenz, wie man so sagt, und bist im fachlichen sattelfest. Da hat den Vorteil, dass Du die gleiche Sprache wie Dein Klientel sprichst, was sehr zur Vertrauensbildung beitragen kann.

2. Tipp: Schau auf Deine Lebenserfahrung

Zusätzlich zu Deiner Berufserfahrung, hast Du Lebenserfahrung gesammelt. Nicht selten steckt hinter dem was Du so alles im Leben erlebt bzw. gelernt hast ein Riesenpotential aus dem Du schöpfen kannst. Überlege Dir welche Hobbies Du hattest oder immer noch hast. Was hat Dich schon immer interessiert und was überhaupt nicht. Wofür hast Du Dich bereits engagiert? In welchem Verein oder welcher Organisation warst Du aktiv? Sich über all diese Dinge Gedanken zu machen, kann helfen ein Thema zu finden, in dem Du Dich sicher fühlst und bei dem Du anderen vielleicht helfen kannst.

3. Tipp: Sei mutig. Werde, der Du bist!

Viele Coaching-Einsteiger machen den Fehler und schauen bei der Erstellung ihres Konzepts, wenn sie denn überhaupt eines erstellen, ständig nach anderen. Wie macht denn X das? Welche Themen bietet Y an? Wie hat Z seine Website aufgebaut? Usw. Natürlich kann es nicht schaden, sich grob zu orientieren, doch kann es passieren, dass Du Dich dabei so sehr auf die Anderen konzentrierst, dass Du Dich selber aus den Augen verlierst. Also, sei mutig und gehe Deinen eigenen Weg und zwar von Anfang an. Das ist nicht immer leicht und Dir wird unter Umständen viel Gegenwind entgegen geblasen werden, doch am Ende musst Du mit Deinen Überlegungen und Deinem Konzept arbeiten und niemand anderer.

4. Tipp: Finde Deinen eigenen Stil

Dies schließt direkt an Tipp 3 an. Nur wenn Du Dich traust, so zu arbeiten, wie Du es für richtig hältst, bist Du authentisch. Versuche nicht den Stil anderer Coaches zu imitieren. Hiermit ist der eigentliche Arbeitsstil gemeint, also was ist Dir im Umgang mit Deinen Kunden wichtig? Duzt Du oder Siezt Du? Welche Honorarstruktur hältst Du für sinnvoll? Welche Methoden liegen Dir usw. Den eigenen Stil zu erlangen, dauert erfahrungsgemäß einige Zeit. Hierzu gehört auch herauszufinden, ob Du freiberuflich oder nebenberuflich Coaching anbieten möchtest. Vielleicht möchtest Du auch Coaching-Wissen bzw. –Können in Deinen Arbeitsalltag integrieren? Eine Coaching-Ausbildung die den Schwerpunkt auf Persönlichkeitsentwicklung legt, kann dabei helfen

5. Tipp: Erstelle Dein Konzept

Ohne schriftliches Konzept geht gar nichts. Dazu gehört natürlich noch viel mehr als die eben genannten Punkte. Sie stellen eine Basisüberlegung dar aber können dennoch helfen eine erste Idee zu entwickeln. Um als Coach erfolgreich sein zu können, ist es wichtig, dass Du Dir für Dein individuelles Konzept Zeit nimmst. In unserer Coaching-Ausbildung beginnen wir damit bereits im ersten Modul. So kann sich aus einer Idee über acht Monate ein handfester Plan erstellen.

Willst Du mehr über die Erstellung eines individuellen Coach-Konzepts erfahren, lies gerne in unserem Buch „Jetzt werde ich Coach!“ nach.

Wenn Du Fragen hast oder einen Kommentar schreiben möchtest, freuen wir uns von Dir zu hören.

15. April 2016 Von Gelesen 2100 mal 0 Kommentar

5 Tipps, wie Du als Newbie im Coach-Business Deinen Tag so strukturierst, dass es sich abends gut anfühlt.

Gerade Neueinsteiger im Coaching- oder Trainerbusiness haben manchmal romantische Vorstellungen vom Leben eines Freiberuflers. Als solche arbeiten nämlich die allermeisten selbstständigen Coaches. Gerade dann, wenn Du vorher angestellt in einem Unternehmen warst und einen festen Arbeitsplatz hattest, ändert sich so einiges mit der Selbstständigkeit. In diesem Artikel gebe ich Dir 5 Tipps an die Hand die Dir helfen, Dich selbst besser kennenzulernen und Deinen Arbeitstag so zu strukturieren, dass Du nicht in die altbekannte „Prokrastinationsfalle“ tappst.

„Keinen Chef mehr zu haben, der einen mit irgendwelchen Arbeitsaufträgen nervt. Die lästigen Kollegen, die einen öfter mal von der Arbeit abhalten. Sein eigener Herr sein und die eigene Zeit selbstständig einteilen: Kurzum die grenzenlose Freiheit!“ Was ich hier schreibe, ist sicherlich zu einem Teil so auch richtig. Allerdings gibt es noch eine Kehrseite der Medaille und zwar: „Wie strukturiere ich jetzt als freelancer meinen Tag so, dass ich auch performant arbeiten kann und abends das gute Gefühl habe, wirklich auch etwas geschafft zu haben?“

Tipp 1: Selbsterkenntnis

Vielleicht hast Du als Angestellter bereits die Erfahrung gemacht, dass Du nicht den ganzen Tag gleich leistungsfähig bist. Damit meine ich gar nicht mal das gute alte „Suppenkoma“ nach dem Mittagessen. Auch an anderen Zeiten des Tages sind wir unterschiedlich leistungsfähig. Vielleicht bist Du ein Morgenmensch und hast morgens eine Zeit, in der Du Dich gut konzentrieren kannst. Oder Du bist eher ein Nacht- oder Abendmensch (wie ich) und hast abends ein Hoch. Diesen Artikel hier schreibe ich gerade um 23 Uhr. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich zwischen 23 Uhr und 24 Uhr sehr gut schreiben kann und wirklich kreativ sein kann. Da ich aber gewohnt bin auch in den Abendstunden zu arbeiten, ist das für mich günstig. Tatsächlich habe ich auch schon Artikel vormittags geschrieben. Diese wurden entweder furchtbar umständlich (weil mir die Ideen fehlten..) oder ich habe ewig lang für wenige Zeilen gebraucht.

DO: Beobachte Dich selbst einmal während eines Tages und schreibe Dir abends die Tageszeiten auf, in denen Du sehr leistungsfähig warst und notiere Dir, wann du eher müde oder erschöpft warst. Mach dies an fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Was fällt Dir auf? Gibt es evtl. Gemeinsamkeiten während der fünf Tage?

Tipp 2: Mittelweg zwischen Routine und Spaß

Auch als Coach gibt es Tätigkeiten die Dir Spaß machen (z.B. coachen!) und auch solche, die Dir vielleicht eher weniger liegen aber dennoch gemacht werden müssen. Ich denke da an solche Sachen wie Ablage, Steuererklärung, Konzepte ausarbeiten, Businessplan uvm.

DO: Nimm ein Blatt Papier und ziehe einen senkrechten Strich in der Mitte des Blattes. In die linke Seite trage die Tätigkeiten ein, die Dir Spaß machen. In die rechte Spalte diejenigen, die für Dich eher Routine sind oder vielleicht sogar eher langweilig. 

Tipp 3: Entscheide Dich

„Planung ist was für Anfänger, das Genie beherrscht das Chaos….

Den Spruch kennst Du bestimmt in ähnlicher Form. Wenn Du allerdings das Chaos (noch) nicht beherrschst, solltest Du Dir einen Plan machen, der Dir hilft Dich zu strukturieren.

DO: Lade Dir jetzt den von uns bereitgestellten Muster- Wochenplan herunter. Trage in diesen Deine wöchentlichen Aktivitäten ein unter Berücksichtigung Deiner in Tipp1 festgestellten Hochs und Tiefs. In die Hochzeiten lege die Tätigkeiten, die hochgeistigen Anspruch benötigen. In die Tiefs packe die Sachen, die Du eher routinemäßig erledigen kannst. Finde eben einen Mittelweg zwischen den Dingen die abgearbeitet werden müssen und solchen, die Dir Spaß machen.

Tipp 4: Dienst ist Dienst, Schnaps ist Schnaps

Eine Einstellung, die mir als 16 jährigen Jugendlichen bei der Bahn (habe damals dort eine technische Ausbildung gemacht, lange ist´s her…) mitgegeben wurde und für Dich als freiberuflich arbeitenden Coach immens wichtig ist, wenn der Tag für Dich zufriedenstellend sein soll. Zu leicht lässt man sich ablenken von E-Mails, Telefonaten, SMS, Whats app usw. Diese Dinge sind eine echte Leistungsfalle und wahre Aufmerksamkeitskiller. Ich selbst habe übrigens überhaupt kein Whats app, mein Handy ist während meiner Arbeit stummgeschaltet und mein E-Mail Briefkasten rufe ich nur zu bestimmten Zeiten ab.

DO: Versuche „Ablenkungen“ während Deiner Hochzeiten weitestgehend zu vermeiden. Ich weiß: Die Versuchung ist groß, bei jeder eingehenden neuen Nachricht schnell zu schauen, wer geschrieben hat. Auch das „geöffnete facebook“ im Hintergrund trägt nicht zu wirklicher Arbeitsperformance bei.

Tipp 5: Sei gnädig mit Dir selbst

Einen Wochenplan zu haben kann Dir das gute Gefühl geben, die Sachen „im Griff“ zu haben. Allerdings kann er auch ein starres und unflexibles Korsett sein und Du hast das Gefühl, darin gefangen und damit unflexibel zu sein.

DO: Lasse in Deinem Plan auch Lücken für Unvorhergesehenes wie Telefonanrufe oder Anfragen die du schnell bearbeiten oder beantworten musst. Schaue auch am Ende des Tages, wie Du mit Deiner Planung hingekommen bist. Vielleicht hast Du auch den Aufwand für bestimmte Tätigkeiten falsch eingeschätzt? Lerne aus diesen Dingen und übertrage die gewonnenen Erkenntnisse in den nächsten Wochenplan. Sei auch gnädig mit Dir, wenn nicht alles so geklappt hat wie Du es Dir vorgenommen hast.

In diesem Artikel wollte ich Dir zeigen, wie Du Struktur und Performance in Deine Arbeitswoche reinbringen kannst. Übrigens: Ich selbst arbeite auch mit einem Wochenplan – schon alleine deshalb, um nichts wirklich Wichtiges zu vergessen. In unserem Buch „Jetzt werde ich Coach findest Du zu diesem Thema noch weitere Anregungen. Unter anderem: Welche Tätigkeiten sind eigentlich wichtig als Coach und einen Beispielwochenplan für Personal- und Businesscoaching.

 

05. April 2016 Von Gelesen 2449 mal 0 Kommentar

bike 177029 1920„Coaches ziehen einem doch nur das Geld aus der Tasche“

Heute möchte ich Dir von einem Telefonat mit einer Freundin berichten, welches mich einerseits erschreckt, andererseits aber gezeigt hat, wie viel Aufklärungsarbeit noch zu leisten ist.

Der Ursprung des Gesprächs war ein ganz anderer, doch kamen wir irgendwann auf meine Arbeit zu sprechen. Plötzlich sah ich mich Aussagen gegenüber wie:

„Die ganze Theorie hinter Coaching ist unseriös.“

Coaches haben den Anspruch, dass sie mit ein paar Tools Menschen helfen könnten.“

Coaching ist oberflächliche Behandlung eines Symptoms.“

„Es geht ja nur um Leistungssteigerung und „glücklich machen.“

„Außerdem zieht man damit den Menschen das Geld aus der Tasche. Das ist ethisch nicht vertretbar“

Wow, das waren schon starke Töne. Ok, sie lebt in Frankreich, vielleicht ist dort Coaching nicht gefragt. Keine Ahnung. Auf jeden Fall war ich überrascht, wie jemand so wenig von Coaching weiß aber doch alles zu kennen glaubt.

Warum ich Dir das erzähle, hat drei Gründe:

1. Habe ich wieder gemerkt, wie „interessant“ es sein kann, wenn zwei Welten aufeinander prallen.

2. Können solche Diskussionen helfen, die eigene Profession zu hinterfragen um solche Scheinaussagen entkräften zu können.

3. Hat es mir gezeigt, dass es anscheinend noch immer viele Menschen gibt, die ein eher schräges Bild von Coaching haben und

4. zeigt es, wie wichtig es ist bei allem was wir tun seriös und professionell zu agieren.

Falls Du mal mit ähnlichen Aussagen konfrontiert sein solltest, möchte ich Dir hier meine Reaktionen auf die obigen Aussagen mitteilen und Dich gleichzeitig bitten, darüber nachzudenken, wie Du darauf reagiert hättest. Es wäre schön, wenn Du uns Deine entsprechenden Argumente mitteilen würdest, so haben wir alle etwas davon. Vielleicht pickst Du Dir die Aussage raus, die Dich am meisten „piekst“…

„Die ganze Theorie hinter Coaching ist unseriös.“

Es gibt nicht die „eine“ Theorie hinter Coaching. Dazu ist der Markt zu groß und vielschichtig. Jeder Coach definiert seine Arbeit individuell, weshalb es für unsere Kunden wichtig ist, sich die Art der Arbeit und das Grundverständnis mit der jeder Coach arbeitet genau anzusehen. Was hat er für einen Hintergrund/Ausbildung? Welche Erfahrung (Lebens- und Berufserfahrung) bringt er mit? Wie definiert er Coaching? Ich kann für mich sagen, dass ich meine Klienten dabei unterstütze ihre selbstgewählten(!) Ziele zu erreichen und mich dabei auf wissenschaftlich fundierte Methoden stütze, die aber alle unbrauchbar werden, wenn es keine vertrauensvolle Beziehung zwischen meinem Klienten und mir gibt.

„Coaches haben den Anspruch, dass sie mit ein paar Tools Menschen helfen könnten.“

Oh ja, unsere Klienten betreten die Praxis, erklären kurz worum es geht und schon holen wir aus der „Trickkiste der Coaches“ das ein oder andere Tool und schon ist das Problem gelöst.

Wer sich intensiv mit Coaching beschäftigt, der weiß, dass das Wichtigste im Coaching eine vertrauensvolle Beziehung ist, wie ich oben schon erwähnte. Es geht überhaupt nicht darum, möglichst viele Tools zu beherrschen um damit die Klienten zu beeindrucken. Die Tools, die größtenteils aus unterschiedlichen Psychotherapierichtungen adaptiert wurden, können hilfreiche Interventionen sein, um beispielsweise den Klienten aus seinem alten Denkmuster rauszuholen und ihm neue Perspektiven zu eröffnen. Sie sind aber kein Allheilmittel. Diesen Anspruch hat aus meiner Sicht auch kein seriöser Coach.

„Coaching ist oberflächliche Behandlung eines Symptoms.“

Das klingt fast nach einer schlechten Therapie. Doch hat Coaching nichts mit Therapie zu tun. Die Menschen, die zu uns ins Coaching kommen sind in aller Regel psychisch gesund und haben ein persönliches Anliegen, dass sie geklärt haben möchten. Dies kann beruflicher oder persönlicher Natur sein. Zur Klärung, kann es manchmal hilfreich sein mehr in die Tiefe zu gehen, doch überlassen wir das unseren Klienten, inwieweit sie dazu bereit sind. Und nicht bei jedem Thema ist es zielführend in der Kindheit anzufangen. Coaching ist ein lösungsorientierter Prozess, an dessen Ende optimaler Weise das vom Kunden erwünschte Ziel steht.

„Es geht ja nur um Leistungssteigerung und „glücklich“ machen.“

Nein, wir machen mit unseren Klienten keine überzogenen Motivationsübungen, wie man sie schon mal bei diversen Bühnenshows sehen kann und nochmals nein, es geht nicht ausschließlich darum Menschen glücklich zu machen, was auch immer das heißen mag. Jedes Coaching ist so individuell wie unsere Klienten. Natürlich kann es schon mal darum gehen, dass jemand lernen möchte sich besser darzustellen bzw. sich besser präsentieren zu können. Aber Coaching ist keine Motivationsshow, nach dem Motto:“Wenn Du nur wirklich willst, dann kannst Du es schaffen, Du musst es nur wirklich wollen.

„Außerdem zieht man damit den Menschen das Geld aus der Tasche. Das ist ethisch nicht vertretbar“

Ich muss zugeben, da war ich besonders verwirrt. Seit wann ist es unethisch für eine Dienstleistung Geld zu verlangen? Klienten suchen uns auf, weil sie unsere Unterstützung in Anspruch nehmen möchten. Dafür erhalten wir ein vorher vereinbartes Honorar. Fertig. Auch Ärzte, Therapeuten, Rechtsanwälte, Friseure, ach egal, tausende von Dienstleistern erhalten Geld für ihre Dienste warum soll ein Coach kein Geld verlangen dürfen??? Darüber muss man, so glaube ich, nicht wirklich diskutieren.

So war das bei meiner letzten Diskussion über meinen Beruf, der eindeutig mehr ist als nur ein Job!

Daher meine Bitte. Welche Argumente würdest Du auf die ein oder andere Anmerkung „ins Feld führen“? Ich freue mich auf Deine Antwort.

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