15. Juni 2016 Von Gelesen 1937 mal 0 Kommentar

E-Coaching

Coaching online? Kann das funktionieren? Ist es überhaupt möglich eine persönliche Beziehung aufzubauen? Schaut man sich Coaching in seinem klassischen Setting an, scheint es fast unmöglich dies in gleicher Qualität auch online durchführen zu können. Doch E-Coaching ist nicht gleich E-Coaching. Wie immer kommt es auf das Thema und die Art der Durchführung an. Ich möchte Dir heute aufzeigen, bei welchen Anlässen es aus meiner Erfahrung möglich bzw. sinnvoll ist und welche Kriterien eine Rolle spielen können.

Grundsätzlich gibt es viele Variationen ein E-Coaching anzubieten. Dies kann rein auditiv, auditiv-visuell, schriftlich, synchron oder asynchron sein. Zu jeder Variante gibt es entsprechende Tools mit denen man sie umsetzen kann.

Gegenüber einem direkten Face-to-Face-Coaching hat E-Coaching zunächst folgende Vorteile:

 

  • Das Coaching kann ortsungebunden abgehalten werden. Egal wo auf der Welt Du bist oder Dein Klient gerade ist; nur eine stabile Internetverbindung sollte es geben ;-).
  • Es ist zeitlich flexibler einsetzbar, da Reisezeiten wegfallen. Nicht selten ist daher auch eine spontane Sitzung möglich.
  • Die Sitzungsdauer selber kann ebenfalls flexibler gehandhabt werden. Manchmal reicht ein kurzer Impuls von z. B. 15 Minuten.
  • Bei einer asynchronen Sitzung, das heißt es wird nicht in Echtzeit kommuniziert, sondern zeitversetzt, kann der Klient Fragen beantworten oder Aufgaben bearbeiten wann immer er Zeit hat.
  • Dadurch dass vielfach Reisezeiten wegfallen, kann ein E-Coaching auch preisliche Vorteile haben.

Doch ich möchte auch die Nachteile nicht verschweigen, die es mit sich bringen kann:

Stell Dir vor, der Coaching-Prozess mit Deinem Klienten verläuft ausschließlich schriftlich. Das kann für beide Seiten sehr mühsam sein. Außerdem kann es sein, dass es Dir schwerer fällt eine Beziehung zu Deinem Klienten aufzubauen, da Du von ihm keine Stimme, keine Mimik, keine Gestik wahrnimmst. Für ihn wiederum könnte es den Vorteil der „Unsichtbarkeit“ haben. Am Ende entscheidet der Kunde, ob das Coaching für ihn hilfreich war. Vielleicht fühlt er sich so sicherer. Hier müssen wir uns frei machen von dem eigenen Anspruch, dass ein Coaching nur dann erfolgreich sein kann, wenn wir das Gefühl haben eine persönliche Vertrauensbeziehung aufbauen zu können.

Natürlich kann es ungewohnt sein per E-Mail oder Skype zu coachen. Ich kann mich noch gut an mein erstes Skype-Coaching erinnern:

Wie kann ich etwas verschriftlichen bzw. visualisieren? Wie wähle ich die Kameraeinstellung (Mein Büro ist nicht der gleiche Raum den ich für Coachings nutze), Wie wähle ich den Einstieg? Wie kommen wir ans arbeiten? Um es kurz zu machen: Mir gingen tausend Fragen durch den Kopf.

Doch in der Praxis ging dann alles wie von alleine. Das Schöne ist, Du kannst Deine Klienten einfach fragen, ob sie das aufgestellte Flipchart gut sehen können, ob der Lichteinfall ok ist usw. Das lockert die Atmosphäre von Anfang an auf. Das heißt, ob Du eine Nähe zu Deinem Kunden herstellen kannst, ist eher von Dir und Deinen kommunikativen Fähigkeiten abhängig als vom genutzten Medium.

Ich habe einige Kunden, die weiter weg wohnen und für die ein Coaching per Skype sehr hilfreich ist, da z. B. der Weg von Nordrhein-Westfalen nach Berlin doch etwas Zeit in Anspruch nimmt.

Neben der Möglichkeit per E-Mail oder Skype zu coachen, gibt es mittlerweile eine Vielzahl an elektronischen Tools, die unterschiedliche Anforderungen erfüllen.

Solltest Du Dich ernsthaft mit dem Gedanken tragen E-Coaching anzubieten, kann es Sinn machen, sich mit den verschiedenen Tools und Ihren Möglichkeiten zu beschäftigen. Nachfolgend liste ich Dir ein paar Beispiele, ohne Form von Wertung auf. Die jeweiligen Tools genügen unterschiedlichen Ansprüchen.

Coaching Cosmos (www.coaching-cosmos.de)

The Law of Motion (www.thelawofmotion.net)

Coaching-Cloud (www.coachingcloud.com)

CoachAccountable (www.coachaccountable.com)

CoachMaster (https://coachmaster.co.uk)

CAI (www.cai-world.de)

Virtuelles Coaching VC (www.virtuelles-Coaching.com)

Die hier aufgeführten Beispiele sind vielfach mit Lizenzgebühren verbunden. Wenn Du Lust hast, schau Dir die verschiedenen Möglichkeiten an.

Ob Du Skype nutzt, Dich für ein kommerzielles Tool entscheidest oder beim klassischen Face-to-Face-Coaching bleibst, kann von verschiedenen Kriterien abhängen. Prüfe für Dich und Deinen Kunden was Euch wichtig ist und entscheide anschließend welche Form des Coaching am besten dazu passt.

Die aufgeführten Kriterien kannst Du auch in eine Bewertungsmatrix (Von „Ganz wichtig“ bis „Gar nicht wichtig“) überführen um sie als Entscheidungsgrundlage nutzen zu können.

  • Zeitunabhängigkeit
  • Ortsunabhängigkeit
  • Datensicherheit
  • On-Demand-Terminierung
  • Flexibilität der Sitzungsdauer
  • Preis
  • Persönliche Nähe
  • Soziale Verbindlichkeit
  • Schutz durch Unsichtbarkeit
  • Psychologische Tiefe
  • Ergebnisorientierung
  • Selbstreflexionsfähigkeit
  • Einbindung in Arbeitsalltag

Was hältst Du von E-Coaching? Kann es so effektiv sein wie ein Face-to-Face-Coaching? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

25. Mai 2016 Von Gelesen 2651 mal 0 Kommentar

Eines der schwierigsten, aber auch eines der aufregendsten Schritte auf dem Weg zu Deiner Coach-Profession ist die Suche nach einer Marktnische. Wenn Du nicht eine „Wald-und-Wiesen“ Dienstleistung anbieten willst die leicht austauschbar ist, kommst Du um eine genaue Formulierung Deines Angebotes nicht herum. In dieser Artikelserie zeige ich Dir, was Du bei der Suche nach Deiner optimalen Zielgruppe beachten solltest und welche Schritte du gehen solltest, um darin ein Experte zu werden.

Standortanalyse


Ein Beispiel aus der Praxis:

Corinna M. arbeitet als Verwaltungsangestellte in einem kleinen Betrieb und möchte gerne als Elterncoach arbeiten. Sie sieht täglich die geplagten Eltern mit ihren Problemen in ihrem Büro und möchte ihnen unterstützend zur Seite stehen. Besonders das Thema Kindererziehung liegt ihr am Herzen, dort gibt es besonders viel zu verbessern. Sie selbst hat aber keine Kinder. Das Beispiel mag etwas „platt“ wirken, ich habe es aber selbst so erlebt. Hier wird recht schnell klar, dass die Glaubwürdigkeit von Corinna problematisch sein könnte, als Elterncoach im Bereich „Eltern“ keine Feldkompetenz zu haben. Hier wäre es ratsam, sich einen Bereich zu suchen in dem auch entsprechende Erfahrung besteht.

Überlege Dir zunächst einmal, in welchem Bereich Du bereits eine Expertise hast, z. B. durch Deinen gerade ausgeübten Beruf oder eine Tätigkeit, die Du längere Zeit ausgeübt hast oder noch ausübst. Das kann auch ein Ehrenamt sein. Damit Dein Angebot glaubwürdig ist, solltest Du nämlich in Deinem Thema auch Feldkompetenz mitbringen.

Vielleicht bist Du Übungsleiter im Sport oder hilfst jungen Menschen, einen Beruf zu finden. Wenn Du möchtest, mache Deine Überlegungen gleich schriftlich. Falls Du eine Gedankenstütze brauchst, schaue einfach mal in Deinen letzten Lebenslauf. Gerne kannst Du den Artikel ausdrucken und gleich hier unten reinschreiben.

Ausgeübte Tätigkeit(en) von - bis

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Welche Ehrenämter habe ich bisher ausgeübt?

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Jetzt überlege Dir, welche dieser Bereiche Dir besonders am Herzen liegt. Schreibe Dir diese hier unten noch einmal gesondert auf:

Besonders am Herzen liegt mir:

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Nutze Deine Expertise und Feldkompetenz

Nun haben wir das „eingesammelt“, mit dem Du Dich besonders gut auskennst und was Dir am Herzen liegt. Nehmen wir einmal an, Du bist Vereinsvorsitzender in einem großen Sportverein und diese Tätigkeit macht Dir besonders viel Spaß. Du liebst es, Dinge auf die Beine zu stellen und zu organisieren. Trotzdem kannst Du gut delegieren und vor allem Menschen begeistern und mitnehmen. Durch Deine 10-jährige Erfahrung bist Du auch durch Höhen und Tiefen gegangen. Vielleicht denkst Du jetzt: „Und nun, was hat das mit einer Coaching-Tätigkeit zu tun?“ Als Kenner der Branche überlegst Du, welche Probleme heutzutage Vereine haben und überlegst Dir, wie Du daraus ein Angebot im Bereich Coaching machen könntest und wer das braucht.





Die drängendsten Bereiche sind Mitgliederwerbung und Konflikte. Das weißt Du auch aus Deiner über 10-jährigen Erfahrung. Aus diesem Grund entschließt Du Dich, ein Coaching für Vereinsvorstände anzubieten, um diese bei Konflikten und der Selbst- und Vereinsführung zu unterstützen. Parallel dazu hast Du auch eine Recherche über die gängigen Suchmaschinen gemacht und geschaut, ob es ein ähnliches Angebot schon gibt. Da Du im Umkreis von 100 km kein vergleichbares Angebot findest machst Du Dich an die Konkretisierung Deines Angebotes und einen Plan, wie Du Deine Akquise gestalten willst. Dein Honorar legst Du auf 150 Euro pro Stunde plus Mwst. fest.

Anhand dieses Beispiels wollte ich Dir zeigen, dass es gar nicht so schwer ist Deine Marktnische zu finden. Sinnvoll ist es, Deine bereits vorhandene Feldkompetenz zu nutzen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit für Dein Angebot und hilft Dir, sich schneller in einem Bereich zu etablieren. Im nächsten Teil zeige ich Dir, wie Du in Deiner Marktnische zum Experten wirst.

Möchtest Du noch etwas weiter in dieses Thema einsteigen?

Dann komm in unser Webinar zum Thema: Jetzt finde ich meinen Idealklienten!
Es findet am 7. Juni um 19 Uhr statt und ist natürlich kostenfrei.
Hier meldest Du Dich an.

17. Mai 2016 Von Gelesen 3756 mal 0 Kommentar

vienna 358565 1920

Höher – schneller - weiter – Coaching kann`s!

Coaching macht aus Führungskräften bessere Menschen – Mit Coaching wird jeder Konflikt zum Kinderspiel - Mitarbeiter lassen sich durch Coaching zu Höchstleistungen motivieren. Wow, eine echte Wunderwaffe, mit der man alles aus dem Hut zaubern kann, könnte man meinen!

Es ranken viele Gerüchte und Mythen um Coaching. Heute möchte ich Dir erklären, was Coaching wirklich kann und welche wissenschaftlichen Belege es dafür gibt. Mit diesen Argumenten kannst Du bei Deinem nächsten Verkaufsgespräch punkten. Denn, natürlich möchte eine Firma einen „Beweis“ dafür, dass Coaching etwas bringt und das Geld nutzbringend eingesetzt wird. Das ist nur allzu nachvollziehbar.

Welche Versprechen kann Coaching denn nun tatsächlich erfüllen? Lange gab es keine systematischen und Untersuchungen und demnach auch keine nachprüfbaren Belege über die Wirksamkeit von Coaching. Dies führte dazu, dass „alles“ „irgendwie“ machbar war, zumindest wenn man auf die vielen „Marktschreier“ auf dem Gebiet gehört hat. Doch dies hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, da Coaching und seine Wirkweise gut wissenschaftlich ausgeleuchtet wurde und immer noch wird.

Hier ein paar Behauptungen aus der „Praxis:“, die wissenschaftlich untersucht wurden.

„Coaching ist ein Karriereturbo. Wenn Du aufsteigen willst, dann geh zu einem Coach, der hebt Dich auf die nächste Stufe.“

Hierbei handelt es sich um Marketinggetöse von eher fragwürdigen Anbietern. Als seriöser Anbieter kannst Du ein solches Versprechen gar nicht geben, da es bei Beförderungen viel zu viele Kriterien gibt auf die im Coaching kein Einfluss genommen werden kann.

Keine wissenschaftliche Studie belegt den Zusammenhang zwischen Karrieresprung und Coaching.

„Coaching fördert die Entwicklung der Willenskraft.“

Diese Eigenschaft, die für das berufliche Weiterkommen förderlich ist, wird durch  Coachingmaßnahmen am meisten gefördert, wie wissenschaftliche Untersuchungen (Uni-Amsterdam um Tim Theeboom) gezeigt haben. Somit hat Coaching indirekte Einflüsse auf die Karriere.

Nach einem Coaching haben Führungskräfte häufig konkretere Ziele vor Augen. Besitzen klarere Strategien wie sie sie erreichen wollen. Außerdem planen sie bessere Aktionen zur Erreichung und schöpfen aus der Zielerreichung mehr Energie, die sie für die Verfolgung weiterer Ziele nutzen können.

Dr. Harald Geißler, Coaching-Forscher der Universität Hamburg führt das darauf zurück, dass die Führungskräfte nicht nur ihre expliziten Ziele mit ins Coaching bringen sondern auch ihre impliziten Ziele. Dies sind unbewusste Ziele, deren Nichterreichung eine gewisse Unzufriedenheit mit sich bringen.

Je eindeutiger die impliziten Ziele herausgearbeitet werden, umso klarer wird der Führungskraft was sie wirklich will, was sie im inneren antreibt. Dass dies die Willensbildung und deren Umsetzung fördert, liegt auf der Hand.

Häufig müssen Umwege gegangen werden um die impliziten Ziele herauszuarbeiten, da diese im Unterbewusstsein liegen und nicht direkt zugänglich sind. Das braucht Zeit und ist ein Grund, warum Coaching selten schnell geht. Das heißt, die Führungskraft muss etwas Geduld mitbringen. Ergebnisse von 61 Businessstudien sprechen hier von durchschnittlich 5 – 12 Sitzungen von durchschnittlich 1 Stunde über einen Zeitraum von 3 – 10 Monaten. An dieser Stelle wäre es schön, wenn sich Hypnose auch in Führungskreisen verstärkt durchsetzen würde. Doch das ist ein anderes Thema...

„Coaching muss möglichst schnell gehen“

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Dauer des Coachings und seinem Erfolg, laut Metastudie Amsterdam. Das liegt wahrscheinlich an der unterschiedlichen Komplexität der Themen. Je konkreter das Anliegen desto kürzer das Coaching.

Wichtig ist es hier, das richtige Maß zu finden, sonst kann es kontraproduktiv sein, da die gedankliche Nähe zwischen Coach und Klient zu groß werden kann. Das System wächst quasi zu stark zusammen und entwickelt ähnliche Einstellungen zu bestimmten Themen.

Dagegen hilft: Nicht immer zur vertrauten Person gehen, sondern mit einem neuen Thema auch gerne mal den Coach wechseln. Verschiedene Coaches für verschieden Fälle, statt „ein Coach für alle Fälle“. Sowohl dem Coach als auch dem Klienten sollte klar sein, dass es sich um eine Arbeitsbeziehung handelt und die sollte es auch bleiben.

„Die Chemie zwischen Coach und Klient ist das Wichtigste überhaupt“

Eine intakte Beziehung ist für den Erfolg des Coachings wichtig. Doch ist die Chemie nicht der alles überstrahlende Erfolgsfaktor. Besonders die Art und Weise und der Wechsel zwischen verschiedenen Methoden trägt zum Erfolg eines Coachings bei. Dies jedenfalls behauptet eine Studie des Ashridge Institutes for Coaching, in der 400 Coachingbeteiligte befragt wurden.

Es gibt aber keine verbriefte wissenschaftliche Erklärung dafür. Wohl eher nach dem Motto: „Viele Körnchen Wissen ergeben eine weise Antwort.“

Je mehr Techniken ich anwende, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine treffe, mit der mein Klient besonders gut zurecht kommt. Ich bin also in der Lage unterschiedliche Lerntypen anzusprechen. Außerdem basieren viele Methoden auf bestimmten Typologien bzw. Rastern. Dadurch wird Komplexität verstehbarer und bearbeitbarer gemacht.

 

„Je komplexer das Thema, um so besser ist Coaching geeignet“

Prof. Dr. Harald Geißler von der UniHamburg ist überzeugt, dass es kein Weiterbildungsformat gibt, dass besser geeignet ist um sich in eine neue Rolle hineinzufinden als Coaching. Geißler stützt sich auf Studien die zeigen, dass die Selbstwirksamkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nach einem Coaching deutlich höher sind als vorher. Die Steigerung der beiden genannten Fähigkeiten ist im Mittel ähnlich hoch wie die Steigerung der Willenskraft.

„Coaching hat einen Langzeiteffekt“

Dr. Annette Christina Pannenberg lehrt an der Euro-FH Hamburg Coaching und hat einen Langzeiteffekt von Coaching, über 6 Monate hinaus, in ihrer Dissertation geliefert (2013). Sie konnte feststellen, dass die Selbstorganisation steigt und es weniger Fehlentscheidungen getroffen werden. Dies führt sie auf gewonnene Einsichten der Führungskräfte über sich selbst zurück. Da Coaching auf Selbstreflexion ausgerichtet ist, lernt der Klient auch immer etwas über sich selbst.

Die ermittelten Auswirkungen von Coaching auf das Entscheidungsverhalten ließ sie, gemeinsam mit weiteren Faktoren, in eine Kosten-Nutzen Formel einfließen. Der Nutzen überstieg die Kosten oft um mehr als 120 %.

Weitere Studien belegen laut Uwe Böning eine bessere Konfliktlösung, besserer Umgang mit Risiken, reibungsloser verlaufende Change-Pozesse, weniger Krankheitstage. Somit hat Coaching einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Dies ist keine läppische Marketingfloskel.

„Coaching kann Führung besser machen.“

Hierfür gibt es keinen unmittelbaren wissenschaftlichen Beweis. Aber deutliche Hinweise auf einen mittelbaren Zusammenhang. Zum Beispiel wird die Kluft zwischen Selbst- und Fremdbild reduziert, da der Klient stets zwei Spiegel vorgehalten bekommt. Der eine, in dem er sich selbst sieht, der andere, der Ihm zeigt, wie andere ihn sehen. So erfährt der Klient wie ihn andere wahrnehmen. Dies kann dazu führen, dass sich eine Führungskraft authentischer bzw. glaubwürdiger gegenüber den Mitarbeitern verhält. Diese beiden sind laut Führungsforschung zentral für die Mitarbeiterführung. Somit könnte man die allgemeine Verbesserung von Führungsqualitäten als willkommene Begleiterscheinung des Coaching bezeichnen.

Vielleicht hast Du jetzt ein paar Argumente in der Tasche, die Dich bei Deiner nächsten Verhandlung untersützen können. Das würde mich freuen.

Wenn Du Dich weitergehend mit dem Stand der Forschung des Coaching-Marktes beschäftigen möchtest, sei Dir das entsprechende Buch, "Ergebnisse der Coaching-Forschung: Aktuelle Studien - ausgewertet für die Coaching-Praxis" von Uwe Böning empfohlen.

 

 

 

03. Mai 2016 Von Gelesen 2453 mal 0 Kommentar

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Fragst Du Dich auch schon mal, was das für Menschen sind, die als Coach arbeiten? „Haben sie besondere Fähigkeiten, oder könnte ich das auch?“ „Muss ich bestimmte Eigenschaften mitbringen um erfolgreich sein zu können?“ „Muss ich als Businesscoach anders drauf sein als ein Personalcoach?“ Eins vorweg, Coaches sind ganz normale Menschen, die Macken haben, wie Du und ich ;-). Darüber hinaus bringen sie tatsächlich bestimmte Fähigkeiten bzw. Interessen mit, die sie von vielen anderen Menschen unterscheiden. Doch dazu gleich mehr.

Wer wird denn überhaupt Coach?

Zunächst möchte ich versuchen zu beschreiben, wie Du Dir einen „durchschnittlichen“ Coach vorstellen kannst, egal ob Personal- oder Businesscoach. Das ist natürlich ein relativ schweres Unterfangen, da die Beweggründe der Menschen so unterschiedlich sind wie ihre Biografien, die sie mitbringen. Aber irgendetwas muss sie ja verbinden, wenn sie sich für den gleichen Beruf interessieren.

Also, ganz allgemein gesprochen, sind es aus meiner Erfahrung Menschen, die sich für psychologische Zusammenhänge interessieren und die andere Menschen bei der Lösung von Konflikten unterstützen möchten. Jetzt kannst Du mir eine Genderproblematik vorwerfen, doch sind dies eher Frauen als Männer…;-)) Im Idealfall interessieren sie sich für Persönlichkeitsentwicklung und sind bereit zunächst an sich selber zu arbeiten, bevor sie sich an die Arbeit mit Klienten wagen.

Bei Beginn seiner Laufbahn, ist ein Coach (es gibt übrigens keine weibliche Form für Coach und alle Versuche, dies einzuführen, sind aus meiner Sicht zum Scheitern verurteilt) zwischen 30 und 45 Jahren alt, hat in aller Regel ein Studium bzw. eine Berufsausbildung abgeschlossen und mehrere Jahre Berufserfahrung gesammelt. Meistens hatte er in seinem beruflichen Umfeld bereits viel mit Menschen zu tun und möchte nun sein Wissen und seine Fähigkeiten mit Coaching-Kompetenz erweitern. Darüber hinaus gibt es aber auch Quereinsteiger, die erst später erkannt haben, welche weiteren Fähigkeiten in ihnen schlummern.

3 Schlüsselkompetenzen für einen Coach

Welche Eigenschaften bzw. Fähigkeiten muss er denn nun mitbringen, der Personal- bzw. Businesscoach? Aus unserer Sicht gibt es mindestens zwölf wirklich wichtige Eigenschaften, die einen Coach auszeichnen. Diese hier alle aufzuführen, würde den Rahmen sprengen, weswegen ich mich auf drei beschränken möchte, die ich persönlich für absolut wichtig halte.

Dies sind:

  • Selbstreflexion
  • Empathie
  • Wertschätzung

Diese Eigenschaften, auf die ich gleich noch weiter eingehen möchte, beziehen sich zunächst auf die eigentliche Coaching-Tätigkeit. „Ist doch auch logisch“, wirst Du vielleicht sagen. „Darum geht es hier doch.“ Klar, aber wenn Du Dich als Coach selbstständig machen möchtest, gehört noch viel mehr dazu, wie z. B. Organisationsfähigkeit und Frustrationstoleranz. (Falls Du Dich für die weiteren wichtigen Eigenschaften interessierst, die einen erfolgreichen Coach ausmachen, dann schau doch in unser Buch „Jetzt werde ich Coach!“, erschienen im Beltz-Verlag.)

Doch nun zu den drei wichtigen Eigenschaften eines Personal- bzw. Businesscoach und was dahinter steckt. Übrigens, musst Du als angehender Coach diese Eigenschaften nicht perfektioniert haben. Es geht eher darum, dass Dir bewusst ist, dass z. B. die Fähigkeit zur Selbstreflektion für einen Coach wichtig ist und dass Du bereit bist daran zu arbeiten.

Selbstreflexion

Darunter versteht man die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen. Das heißt, wenn etwas schief gelaufen ist, nicht gleich einen „externen“ Schuldigen zu suchen, sondern sich erst mal zu fragen, was ich selbst dazu beigetragen habe.

Das klingt vielleicht banal aber so einfach ist es gar nicht. Viel leichter ist es doch andere für eigene „Fehler“ verantwortlich zu machen.

Wenn Du schon jetzt etwas für die Stärkung Deiner Selbstreflektionsfähigkeit tun möchtest, lass jeden Abend den Tag Revue passieren. Was ist gut gelaufen, was weniger? Und stell Dir konkret die Fragen „Was habe ICH gut gemacht, was könnte ICH besser machen.“ „Wie habe ich mich heute meinen Mitmenschen gegenüber verhalten?“

Warum ist das als Coach wichtig?

Als Coach macht es Sinn das eigene Handeln während des Coaching-Prozesses zu reflektieren. Hierbei geht es weniger um konkrete Fehler als vielmehr darum, zu überprüfen, in wie weit der Klient durch meine Interventionen Fortschritte gemacht hat oder auch nicht. Konnte ich objektiv bleiben? Konnte ich mich so weit zurück nehmen, dass ich nicht meine eigenen Themen ins Coaching eingebracht habe usw.?

Empathie

Von einem empathischen Menschen spricht man, wenn es ihm leicht fällt, sich in die Situation seines Gegenübers zu versetzen, ohne seine Neutralität bzw. Objektivität aufzugeben. Dies sollte nicht mit Mitleid gleichgesetzt werden.

Möchtest Du an Deiner Empathiefähigkeit arbeiten, lerne aktives Zuhören, frage aktiv nach, indem Du tatsächlich an Deinem Gegenüber interessiert bist. Stellst Du Verständnisfragen, so ist es leichter die Situation des anderen nachzuvollziehen.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Beim Coaching geht es in erster Linien darum, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Coach und Klient herzustellen, damit der Klient auch bereit ist sich Dir gegenüber zu öffnen und an seinen Themen zu arbeiten. Dies erreichst Du am ehesten durch empathisches Vorgehen.

Wertschätzung

Ist jemand in der Lage, andere Menschen ernst zu nehmen und sie respektvoll zu behandeln, auch wenn sie eine völlig andere Lebensanschauung und andere Einstellungen haben, spricht man von wertschätzendem Verhalten. Um wertschätzend zu sein, muss man die jeweiligen Einstellungen nicht teilen, „nur“ respektieren.

Du kannst damit beginnen zunächst wertschätzend Dir selbst gegenüber zu sein. Gehe dann respektvoll mit Deinen Mitmenschen um und zeige Deinem Gegenüber dass Du ihn so anerkennst, wie er ist.

Warum ist das für einen Coach wichtig?

Im Coaching gehst Du mit so vielfältigen Menschen um, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Du auf ganz unterschiedliche Meinungen, Lebensauffassungen und Einstellungen triffst. Da es in einem Coaching um den Klienten und seine Welt geht, ist es hilfreich für eine vertrauensvolle Beziehung, wenn jeder Einzelne das Gefühl hat von Dir respektiert und ernst genommen zu werden. So kann sich der Klient öffnen und zeigen, wie er tatsächlich ist. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, über alte Verhaltensmuster zu reflektieren und an ihnen zu arbeiten.

An diesen und weiteren Kompetenzen zu arbeiten, ist als Coach unerlässlich, wenn man professionell und erfolgreich sein möchte. Eine Ausbildung mit hohem Selbsterfahrungsanteil kann hier gute Dienste leisten!

Welche Kompetenzen sind Deiner Meinung nach wichtig für einen Coach?

  • Telefon: 04371 - 60 39 002
  • Telefon: 01525-39 49 994