21. Mai 2017 Von Gelesen 109 mal 0 Kommentar

Gibt es überhaupt so etwas wie Burn-Out? Ist es eine der vielen Modediagnosen, welche vielleicht auf die Pharmaindustrie zurückgeht? Ist es vielleicht sogar „schick“, ein Burnout zu „haben“?

Viele Fragen, mit denen ich als Coach häufig von Klienten konfrontiert werde. In meiner Praxis spielt tatsächlich das Thema Burnout aus Klientensicht immer wieder eine Rolle im Karrierecoaching. In diesem Artikel interessiert mich aber vielmehr die Gegenseite, nämlich: Wie schütze ich mich als Coach vor Überlastung oder woran merke ich, dass ich kürzer treten oder mehr auf mich achten sollte?

Arbeitest Du als Selbstständiger auch im Coaching, hast Du es in der Hand, in welchem Thema Du Deine Expertise aufbaust und mit wem Du arbeitest. Vielleicht bist Du als gefragter Businesscoach für Unternehmen tätig, hast Dir einen Namen gemacht und wirst mittlerweile von vielen empfohlen!? Dann brauchst Du Dich wahrscheinlich gar nicht mehr darum kümmern, bekannt zu werden. Oder Du hast im Bereich Personalcoaching ein Thema, das sehr gefragt ist und Du wirst von Klient zu Klient „herumgereicht“, da Dein Ruf Dir vorauseilt!? Vielleicht bist Du aber auch Newcomer und musst Dein Geschäftsfeld und Deine Expertise noch etablieren, was Dich sehr viel Mühe und Fleiß kostet…

Egal zu welcher beschriebenen Gruppe Du gehörst: Die Arbeit als Selbstständiger erfordert ein sehr hohes Maß an Einsatz, Fleiß, Ausdauer, Kreativität uvm. Klar ist: Das alles muss geleistet werden und die meisten Coaches sind „Solo-Selbstständige“. Damit meine ich: Viele oder gar alle Entscheidungen werden (müssen) selbst getroffen werden. Die Lorbeeren aber auch das Risiko werden oft alleine getragen. Gerade am Anfang ist es auch so, dass der selbstständige Coach nebenbei noch „Steuerberater“, „Journalist“ und „Werbefachmann“ ist, also ein Allrounder, der die Geschicke seines „Unternehmens“ selbst lenkt bzw. lenken muss.

Es macht ja auch Spaß, die Arbeit als Coach

Du kannst anderen Menschen helfen, ihre Probleme besser zu lösen. Vielleicht bist Du auch als Impulsgeber bei wichtigen Unternehmensentscheidungen tätig und hilfst dem Management, eingetretene „Denkpfade“ zu verlassen. Als erfolgreicher Coach bist Du gefragt und kannst manches Mal live erleben, wie Deine Arbeit sich nutzbringend für Klienten einsetzen lässt. Vielleicht brennst Du sogar für Deine Arbeit und gehst immer höher, schneller, weiter. Auch Erfolg kann süchtig machen. So sprach ich kürzlich mit einem Kollegen, der in einem Jahr über 120 Coaching- und Trainingstage absolviert hat. Das finde ich sehr viel. Dieser Erfolg hatte allerdings seinen Preis: Er hat seine Kinder nur sehr selten gesehen. Auf Nachfrage ob er denn noch verheiratet sei entgegnete er, dass seine damalige Ehefrau das auf Dauer nicht mitgemacht hat und sich von ihm habe scheiden lassen. Beruflicher Erfolg hat demnach auch eine „Kehrseite“, der gründlich abgewogen werden will.

Erst kommt der Sinn, dann der Unsinn

Ich möchte Dich sensibilisieren, trotz allem Spaß an der Arbeit nie wichtige Säulen, die als Gegenpol Sinn stiften können, zu vernachlässigen. Insbesondere in einem stressigen Berufsalltag als Selbstständiger fehlt oft die Zeit, sich um Dinge wie Freunde, Freizeitaktivitäten oder die eigene Familie zu kümmern. Ich selbst habe zumindest noch keine Ehe oder Familie kennengelernt, die wegen „zu viel Zeit“ auseinandergegangen ist. Sinnvoll ist es, sich in der Freizeit zum Beispiel mit Dingen zu beschäftigen, die überhaupt nichts mit Deiner Arbeit als Coach zu tun haben. Vielleicht spielst du gerne Tennis oder macht einen anderen Sport. Oder du fotografierst gerne oder besuchst Kino oder Konzerte. Diese Dinge laden Deinen Akku wieder auf, damit Du für Deine Klienten auch etwas Gutes geben kannst. Unsinn ist die Annahme, dass ein immer größeres Arbeitspensum Dich immer besser werden lässt. Oftmals sind es „kleine Krisen“ und deren Vorboten, die nicht gehört werden, die Menschen in ein Burnout bringen können. Wichtig ist es dann, gute und sinnvolle bzw. sinnstiftende Aktivitäten zu haben die helfen, in anderen Bereichen außerhalb der Arbeit wichtige „Anker“ zu besitzen.

Burnout wo - wie - was? Also ich hab noch keinen gesehen…

Ein gutes Frühwarnsystem soll Dir helfen, ein „Ausbrennen“ zu verhindern. Wichtige Anzeichen sind:

  • Lustlosigkeit - Dinge die Dir sonst immer Freude oder Spaß gemacht haben, zum Beispiel Deine Arbeit, fallen Dir schwer und Du kannst diese nur wie gegen einen Widerstand erledigen
  • Versagensangst - Du hast das Gefühl, Deinen Aufgaben beruflich wie auch privat nicht mehr gerecht werden zu können
  • Müdigkeit - Du fühlst Dich permanent wie „gerädert“, bist müde, kraftlos und erschöpft. Selbst wenn Du Dir entsprechende Ruhepausen gönnst hast Du das Gefühl, dass Dein Akku nicht aufgeladen ist.
  • Sinnlosigkeit - Diese kann nicht nur Deine Arbeit betreffen sondern zieht sich auch durch private Aktivitäten. Oftmals kommt dazu noch der Antriebsmangel.

Kennst Du eines oder mehrere dieser Anzeichen von Dir selbst? Dann macht es Sinn, Deine Strukturen oder Abläufe einer Überprüfung zu unterziehen.

Leichtigkeit als Coach - Struktur und kritischer Prüfstand

Wo kannst Du Abläufe und Strukturen vereinfachen? Welche Arbeit bzw. Aufträge sind stressig, bringen aber im Grunde wenig? Welche materiellen Dinge brauchst Du wirklich zum Leben und was ist im Grunde materieller Ballast, der sich im Laufe der Zeit angehäuft hat? Wie kannst Du kritisch zu Dir selbst sein und Dich fragen, was Du überhaupt zum Leben brauchst und was vielleicht nur Deine Angst ist, es könnte auch mal nicht so gut laufen?

Gleich ob es nun „Burnout“ tatsächlich gibt: Die oben aufgezeigten Kriterien solltest Du auch immer mal für Dich selbst heranziehen. Ich wollte Dich mit diesem Artikel aufmerksam machen und Dir helfen, einmal auf Dich selbst zu schauen. Unser Arbeitsalltag als Coach besteht oft darin, sich um andere zu „kümmern“ und ihnen zu helfen, deren Probleme zu lösen. Immer sollten wir aber auch nach unserem eigenen „energetischen Haushalt“ schauen. Denn nur dann können wir die beste Arbeit für unsere Coaching-Klienten leisten.

11. Mai 2017 Von Gelesen 28 mal 0 Kommentar

Zufrieden in Coaching Praxis10 Tipps für eine erfolgreiche Coachingpraxis

Wie erreiche ich eine gut gehende Coachingpraxis? Worauf sollte ich achten und wie mache ich mir einen guten Namen? Diese und ähnliche Fragen werden von angehenden Coaches immer wieder gestellt.

Ich möchte in diesem und dem nächsten Artikel 10 wichtige Tipps geben, die mir geholfen haben, als Coach Fuß zu fassen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig und spiegelt nur meine eigene Erfahrung wieder. Wenn jemand ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich auf entsprechende Kommentare.

Tipp 1 – Eine solide Ausbildung

Dies ist für mich DER wesentliche Ausgangspunkt. Leider gibt es noch immer Leute die glauben, Coaching macht man mal eben so nebenbei und da reiche der vermeintlich gesunde Menschenverstand. Das letzterer hilfreich ist steht außer Frage. Doch meiner Meinung nach ist es wichtig eine gut strukturierte Ausbildung zu absolvieren, welche die Möglichkeit zur Selbstreflektion und damit verbundener Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sollte sie praxisnah angelegt sein und eine Vielzahl an Methoden bieten. Wobei ich hier ganz klar die Meinung vertrete, dass man nicht durch die Methoden zum Coach wird sondern durch seine Haltung(en).

Sinnvoll finde ich auch einen „Schulen übergreifenden“ Ansatz, um möglichst viele Facetten kennen zu lernen. Dies können systemische Ansätze oder humanistische Ansätze sein, genauso wie Hypnose, lerntheoretische Ansätzeoder Tiefenpsychologie. Eine Ausbildung in dieser Form dauert deutlich länger als ein „Wochenendkurs“. Mit einem halben bis dreiviertel Jahr muss man schon mindestens rechnen. Auch danach heißt es fleißig weiterlernen. Für die eigene Professionalisierung sollte man schon ein bis zwei Weiterbildungen im Jahr einplanen. Welche man hier wählt ist natürlich vom eigenen Schwerpunkt, siehe nächster Tipp, abhängig.

Tipp 2 – Konzentration

Ich persönlich finde es gerade zu Anfang hilfreich, sich auf bestimmte Themen oder Zielgruppen zu fokussieren. Ob es hier nun die Themen Burn-Out und Resilienz oder Karriereplanung und Stressbewältigung sind, ist vom persönlichen Schwerpunkt abhängig. Durch die Konzentration auf wenige Themen, kann man sich in diesen professionalisieren und macht sich damit in einem bestimmten Bereich einen Namen. Ähnlich verhält es sich mit der Zielgruppe. Hier kann es ebenfalls Sinn machen sich zu konzentrieren, sei es auf die Gruppe der Fach- und Führungskräfte oder Frauen über 45, Personen beim Übergang in den Ruhestand oder vielleicht Jugendliche beim Übergang Schule – Beruf. Die potentiellen Klienten suchen nicht den oberflächlichen Allrounder der vermeintlich alles kann. Sie suchen einen Spezialisten, der Ihnen bei der Lösung ihres persönlichen Problems hilft.

Tipp 3 – Methodensicherheit

Im Rahmen einer Ausbildung lernt man eine ganze Reihe von Tools. Diese sollten möglichst in der Praxis angewendet werden, so dass man auch wirklich von Methodensicherheit sprechen kann. Durch die Vielzahl von Methoden die es gibt, läuft man unter Umständen Gefahr zu glauben man müsste in jeder Methode ein Experte sein. Wichtiger ist es auch hier sich aus der Vielzahl der Möglichkeiten zunächst eine Handvoll auszuwählen und mit diesen zu arbeiten bis man sich darin sicher fühlt. Aus meiner Erfahrung wendet man nur die Tools an, die man geübt hat und mit denen man sich selber wohl fühlt. Doch Achtung! Die Methode sollte immer an die Klienten angepasst werden und nicht die Klienten an die Methoden. Der sichere Umgang mit Methoden führt auch zu selbstsicherem Auftreten gegenüber (potentiellen) Klienten.

Tipp 4 – Finanzielle Rücklagen für die ersten Jahre

Nicht zu vernachlässigen sind eventuelle finanzielle Durststrecken die zu überwinden sind. Kann man sich zunächst „nebenbei“ selbstständig machen, hat man zwar finanziell keine Probleme. Dafür hat man weniger Zeit sein eigenes Geschäft aufzubauen. Kündigt man seinen bisherigen Job hat man viel Zeit sich um sein neues Geschäft zu kümmern. Man hat aber in den ersten Jahren (ca. 3 – 5), deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Es ist unglaublich wichtig, sich damit auseinanderzusetzen und sich um finanzielle Sicherheiten für die ersten Jahre zu kümmern. Es ist sehr energieraubend und bereitet zusätzlichen Stress, wenn man sich einerseits um sein Geschäft kümmern möchte, andererseits aber kein Geld für die professionelle Gestaltung einer Internetseite hat oder nicht weiß, von welchem Geld man in den nächsten Monaten die Praxismiete bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tipp 5 – Netzwerkmarketing

Natürlich kann man jede Woche Anzeigen in die Tageszeitung setzen oder monatlich neue Flyer erstellen. Dies ist aber sehr kostenintensiv und der Erfolg lässt nicht selten auf sich warten. Sinnvoller erscheint es mir bei allen nur erdenklichen Gelegenheiten über die eigene Arbeit bzw. sein Angebot zu sprechen und dabei nebenbei eine Visitenkarte zu überreichen. Dies kann auf einer Feier unter Freunden ebenso sein wie beim Einkauf in naheliegenden Geschäften oder im Verein oder, oder, oder. Dies soll nicht heißen, dass man jedem ständig davon erzählen soll was man für ein toller Coach ist, sondern es geht eher darum zu erläutern was die eigene Arbeit ausmacht und was jemand davon haben kann, wenn er ein Coaching bucht, sprich klar zu machen welchen Mehrwert man bieten kann. So spricht es sich nach und nach herum. Zum Netzwerkmarketing kann auch die Kooperation mit Kollegen gerechnet werden, wodurch sich erfolgversprechende Synergieeffekte ergeben können.

Tipp 6 - 10 folgt in 14 Tagen.

Vielleicht möchtest Du schon mal Deine eigenen Erfahrungen mitteilen?

Welche Erfahrungen hast Du am Anfang Deiner Selbstständigkeit als Coach gemacht? Welchen Tipp würdest Du gerne weitergeben? Oder hast Du Fragen zur Selbstständigkeit als Coach?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar. 

11. Mai 2017 Von Gelesen 105 mal 0 Kommentar

Als Coach Mut beweisen

Wie oft hast Du schon da gesessen und Dir gesagt:“ Wenn ich könnte wie ich wollte...“ oder „Am liebsten würde ich ja, aber...“, „Damit hätte ich früher anfangen sollen...“ usw. usw.

So manchem Interessenten für eine Coaching-Ausbildung geht es ebenso. Gerne würden sie, doch noch nicht jetzt, nicht zu diesem Zeitpunkt. Doch wann ist der Richtige Zeitpunkt gekommen das zu tun was Dir wirklich wichtig ist?

Gerne finden wir Ausreden etwas nicht tun zu müssen, obwohl wir es in unserem tiefsten Innersten doch gerne tun würden. Entweder sind wir „plötzlich“ zu alt, oder müssen uns um unsere Kinder oder die älter werdenden Eltern kümmern. Es gibt viele innere Überzeugungen, die uns von unseren wahren Bedürfnissen ablenken können. Diese können so stark sein, dass man sich oft gar nicht vorstellen kann, einfach das zu tun was jetzt „dran“ wäre.

Ich möchte Dir in diesem Artikel einige Ideen an die Hand geben, die Dir dabei helfen könnten tatsächlich mal das zu tun, was DIR wirklich wichtig ist. So, dass Du als Coach gegenüber Deinen Klienten mit gutem Beispiel voran gehen kannst ;-)

Nebenbei bemerkt, gab es eine Umfrage einer australischen Palliativkrankenschwester (Bonnie Ware) unter Sterbenden. Sie fragte die Menschen, was in Ihrem Leben sie am meisten bereut hätten.

Dies sind die fünf häufigsten Antworten:

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.“
2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“
3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.“
4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten.“
5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.“

Also fern ab, von viel Geld, großem Haus und schnellem Auto. Es kommt vielleicht mehr darauf an, etwas weniger von dem zu tun was Dich anstrengt, bzw. stresst also eher etwas wegzulassen als vermeintlich Fehlendes mit aller Kraft erreichen zu wollen.

Vielleicht helfen Dir die folgenden Ideen Deine „wahren Träume“ umzusetzen.

4 Ideen für ein authentisches Leben

1. Lebe nicht nach den Erwartungen anderer Menschen

Hast Du schon mal darüber nachgedacht, warum Du den Beruf ausübst, den Du jetzt ausübst? Und, warum arbeitest Du noch immer in dem Job, obwohl er Dich nicht wirklich glücklich macht? Kann es sein, dass Du Angst hast andere Menschen zu enttäuschen, wenn Du deren Erwartung nicht erfüllst? Erwartungen Deiner Eltern, dem Ehepartner, dem Chef usw?

Das heißt: Wenn Du Dein Leben nach Deinen Wünschen gestalten möchtest, kann es passieren, dass Du immer mal andere enttäuschen musst.

Eltern, Partner, Chefs, Mitarbeiter, Freunde – vielleicht sogar Dich selbst, weil Du keine Lust mehr hast, bestimmten Ansprüchen hinterher zu laufen. Andere zu enttäuschen kann unangenehm sein, vor allem wenn Du vielleicht Angst vor Konflikten hast und viel dafür tust, von anderen geliebt zu werden.

Aber wirst Du nicht auch öfters von anderen enttäuscht – und überlebst das auch?

2. Glaube nicht an Wunder, glaube an Dich selbst

Gehörst Du auch zu denen, die sich nach einer Flugzeuglandung bekreuzigen? Oder sprichst von einem Schutzengel, wenn Du knapp an einem Unfall vorbeigekommen bist?

Glaubst Du als Coach auch daran, dass Deine Kunden schon den Weg zu Dir finden werden und Du keine Werbung machen musst? Sorry, aber vergiss das. Wenn Du als Coach mit Klienten arbeiten möchtest, musst Du Dich aktiv darum kümmern.

Und auch sonst gilt: Wenn Du mehr von dem tun möchtest was Dir Spaß macht, was Dir wichtig ist, dann bist Du selber dafür verantwortlich. Das nimmt Dir leider niemand ab und ein Wunder wird da leider nicht helfen.

3. Vergiss Deinen Perfektheitswahn

Perfektion ist unnatürlich und lebensfeindlich. Denn der fehlerfreie Zustand würde Stillstand bedeuten. In einer perfekten Welt mit ebenso perfekten Menschen ohne Unterschiede würde jeder Antrieb, etwas zu tun, erlahmen. Die Natur macht ja auch dauernd „Fehler“, das heißt, sie weicht vom Ideal ab. Und erst dadurch entstehen Vielfalt und Entwicklung.

Der Wunsch nach Perfektion ist ein von Menschen gemachtes Konstrukt (Ich weiß, wovon ich rede ;-)). Meist weil wir Fehler überbewerten und als Versagen interpretieren. Das lernen wir oftmals schon im Elternhaus oder in der Schule durch das Notensystem.

Natürlich gibt es Bereiche, wo Perfektion wünschenswert ist. Wenn ich mich z. B. operieren lassen muss, möchte ich natürlich das alles perfekt verläuft. Doch wie man weiß, ist auch dies oft nur ein frommer Wunsch...

Und für die meisten Dinge im Leben gibt es ohnehin keine Kriterien für Perfektion:

  • Wie ist der perfekte Partner/die perfekte Partnerin?
  • Was müssen perfekte Eltern tun oder lassen?
  • Wie arbeitet ein perfekter Coach?

Also: Entspann Dich. Hör auf, perfekt sein zu wollen. Tu Dein Bestes. Das reicht meistens. Und manchmal eben nicht. So what?

4. Du musst nicht auf allen Hochzeiten tanzen

Wenn Du erfolgreich bzw. glücklich sein willst bei dem was Du tust, gib Dir die Erlaubnis in die Tiefe, statt in die Breite zu gehen. Zehnkämpfer können nie in allen Disziplinen so gut sein wie ein Einzelkämpfer in seiner Disziplin.

Egal ob Du Dich als Coach selbstständig machen möchtest, oder ein interessantes Hobby pflegst. Wenn Du darin ganz präsent bist und Dich ganz dieser Sache widmest, wirst Du weiter kommen, als wenn Du Dich verzettelst weil Du glaubst, Du musst auf allen Hochzeiten tanzen.

Vielleicht können Dir diese Gedanken helfen, Dich auf das Wesentliche in Deinem Leben zu konzentrieren. Auf das, was DIR tatsächlich wirklich ist.

02. Mai 2017 Von Gelesen 316 mal 0 Kommentar

5 Anfängerfehler als Coach, in die Du bitte nicht tappst.

Als Coaching-Neuling bist Du bestimmt top motiviert, Klienten bei der Hilfe von Problemen oder Belastungen zu unterstützen. Trotz einer soliden Ausbildung können in der Praxis Risiken und Fehler auftreten, vor denen niemand gefeit ist. In dem Artikel möchte ich Dir typische Anfängerfehler aufzeigen und gleich einen möglichen Lösungsansatz mitlie-fern.

Anfängerfehler 1 im Coaching:

Der Klient hat falsche oder zu hohe Erwartungen an das Coaching mit Dir.

Lösung:

Dieser Punkt kann insbesondere am Beginn Deiner Tätigkeit herausfordernd sein. Vielleicht bist Du unsicher, was Du als Coach leisten kannst oder „musst“. In einer guten Coaching-Ausbildung solltest Du allerdings gelernt haben, dass eine saubere Auftragsklärung bereits der halbe Coaching-Prozess ist. Du solltest also im Erstgespräch (z. B. am Telefon) schon realistisch die Möglichkeiten benennen, die ausgehend vom Anliegen des Klienten im Coaching leistbar und realistisch sind. Hierbei solltest Du auch darauf achten, dass kleine Ziele die Wahrscheinlichkeit der Erreichung wesentlich steigern, und damit auch die Selbstkompetenz des Klienten stärken. Wichtig ist, Deine Rolle als „Prozesshelfer“ zu definieren und auch zu kommunizieren. Hier ist auch Vorsicht geboten, denn der Coach könnte durch unrealistische Erwartungen des Klienten wie „Ich weiß, Sie als Coach können mir da auf jeden Fall weiterhelfen“, sich auf ein Podest gestellt sehen. Solche Glorifizierungen sollte der Coach immer selbstkritisch sehen.

Anfängerfehler 2 im Coaching:

Der Coach wird zum Allheilmittel in allen Lebenslagen

Lösung:

Das kann verführerisch sein; ist auch der Coach „wirtschaftlichen Zwängen“ ausgesetzt und freut sich über eine gebuchte Beratungsstunde. Um eine Unabhängigkeit vom „reinen Coaching“ zu gewährleisten, halten wir grundsätzliche eine „Mischkalulation“, wie sie in der Praxis oft vorkommt für sinnvoll. Viele Coaches arbeiten demnach auch im Trainingsbereich und umgekehrt. Weiterhin halten wir eine Haltung gegenüber dem Coach im Sinne von „Was kann ich tun, damit Sie mich so schnell als möglich nicht mehr brauchen“, für sinnvoll und ethisch verantwortbar. Im Kern ist Coaching eine Hilfe zur Selbsthilfe und Dein Klient sollte wichtige Kompetenzen auch in andere Lebensbereiche transferieren können.

Anfängerfehler 3 im Coaching:

Der Coach nutzt die Arbeit mit Klienten, um eigene unerfüllte Wünsche zu befriedigen

Lösung:

Wie in anderen helfenden Berufen steht hinter jedem Coach auch ein Mensch mit wichtigen Bedürfnissen und Wünschen. Fahrlässig handelt der Coach, wenn er die Coaching-Arbeit zur Kompensation eigener unerfüllter Wünsche nutzt oder sich an den Problemen oder gar dem Leid von belasteten Menschen „ergötzt“. Entsprechende Selbsterfahrung und auch die Kenntnis eigener „Strickmuster“ sollte in einer Coaching-Ausbildung und auch danach selbstverständlich sein. Strenggenommen ist das ein nie endender Prozess, da das reale Leben auch Entwicklungskrisen und Lebensübergänge für den Coach bereithält.

Anfängerfehler 4 im Coaching:

Der Coach gibt seine Neutralität auf

Lösung:

Das kann insbesondere dann passieren, wenn eine prozessorientierte Beratungshaltung nicht oder ungenügend ausgebildet ist. Nur zu gerne laden Klienten, oft implizit, den Coach ein, seine persönliche Meinung und seinen geschätzten Rat kundzutun. Hier sollte der Coach seine eigenen Kommunikationsmuster und auch sein eigenes Wertesystem gut kennen und auch immer wieder hinterfragen.

Anfängerfehler 5 im Coaching:

Der Coach wird Opfer von „Therapeutenfutter“

Lösung:

Insbesondere in der Kindheit werden häufig die „größten Probleme des Menschen“ vermutet. Allzu leicht kann die Versuchung bestehen, bei den „Kindheitsthemen“ die der Klient anspricht in die Tiefe zu gehen. Klar ist: Jeder Mensch hat (auch der Coach!) Themen aus der Kindheit die ihn auf irgendeine Weise, in positiver oder negativer, geprägt und beeinflusst haben. Falls diese Themen relevant sind für das Coaching-Anliegen kann ein Vertiefen durchaus Sinn machen. Falsch wäre, wenn der Coach hierauf „einsteigt“ und nicht das Ziel bzw. den Auftrag des Klienten im Coaching im Blick hat.

In diesem Artikel wollte ich Dir zeigen, welche „Tücken“ oftmals ganz einfach geglaubte Situationen im Coaching haben können. Unabdingbar für Deine professionelle Arbeit als Coach sind Deine Haltung gegenüber dem Klienten, Selbsterfahrung und auch die Kenntnis über das „Strickmuster“ der eigenen Person. In diesem Sinne, wünsche ich Dir viele gute Erfahrungen und den Wunsch, Dich in Deinen Fähigkeiten immer weiter zu qualifizieren und weiter lernen zu wollen.

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