27. September 2016 Von Gelesen 4 mal 0 Kommentar

„Erkenne Dich selbst“ - so soll es, der Überlieferung zufolge, am Eingang des Orakels von Delphi stehen. Doch warum ist diese „Selbsterkenntnis“ so wichtig für die Arbeit im Coaching? Geht es nicht eher darum, ein möglichst großes Methodenrepertoire zu haben und damit die Antwort geben zu können, auf möglichst viele „Fragen“ des Klienten?

In diesem Artikel möchte ich Dir aufzeigen, warum die Entwicklung der Coach-Persönlichkeit ganz entscheidend zu einer professionellen „Beratungshaltung“ beiträgt, Dir bessere Arbeitsergebnisse ermöglicht und Dich letztendlich sicherer und zufriedener im Coaching agieren lässt.

 

Viele Teile ergeben ein Ganzes

Keine Frage, als Coach solltest Du natürlich Dein „Handwerkszeug“ beherrschen. Gemeint ist damit, ein erprobtes Methodenrepertoire zur Verfügung zu haben, welches in unterschiedlichen Situationen dem Klienten helfen kann. Zum Beispiel um dem Klienten neue Erfahrungen zu ermöglichen, neue Perspektiven zu eröffnen, eigene Anteile zu erkennen, sich selbst besser kennenzulernen und die Selbststeuerung zu erhöhen. All das erfordert sicheres, methodisches Vorgehen. Ein gut ausgebildeter Coach sollte allerdings noch viel mehr bieten.

Über folgende Eigenschaften auf der persönlichen, intrapsychischen Ebene sollte ein Coach verfügen:

  • Eine gute Kenntnis der eigenen Person, mit allen Stärken und Schwächen
  • Selbststeuerung und Selbstregulationskompetenz eigenen emotionalen Erlebens
  • Sehr gute Kommunikationsfähigkeit
  • Kompetenz zu prozessorientierten Denken und Handeln
  • Frustrationstoleranz

Ausbildung der Coach-Persönlichkeit

Für den Musiker ist das Musikinstrument sein „Arbeitswerkzeug“, für den Coach ist es seine Persönlichkeit. Auch diese benötigt, wie beim Erlernen z. B. einer musischen Fähigkeit, entsprechendes Training und Formung.

Folgende Themen sollten aus unserer Sicht in der Ausbildung von Coaches eine Rolle spielen:

  • Blick in die Lebensgeschichte:Als Coach hast Du Deine Vergangenheit, Dein gelebte Leben immer „mit dabei“. Diese kannst und sollst Du an der Bürotür nicht einfach abstreifen. Wie in jeder Biografie gibt es Momente, Situationen oder Phasen, die Dir positive Erfahrungen vermittelt und Dich stark gemacht haben. In aller Regel gibt es aber auch Zeiten, in denen Du Hindernisse und Widerstände überwinden musstest. Vielleicht hast Du sogar Leid ertragen müssen. Beim Blick in die Lebensgeschichte geht es darum, all diese Situationen zu integrieren, in dem man sich diese anschaut. Dies muss nicht in aller Tiefe geschehen. Jedoch solltest Du Deine „eigenen Prozesse“ kennen. Dinge die wir kennen, verlieren ihre Angst und somit sind wir von diesen nicht so schnell „okkupiert“, wenn auch „Schweres“ im Coaching mit Klienten angeschaut wird. Für den Coach ergibt sich dadurch eine Reifung der Persönlichkeit.
  • Ausbildung emotionaler Kompetenz: Hierzu gehört das Bewusstwerden eigener emotionaler Muster und Gewohnheiten. Auch die Ausbildung einer emotionalen Stabilität und Selbstregulationsfähigkeit findet sich hier. Diese trägt dazu bei, mit dem Klienten in emotionale Prozesse einzutauchen und auch Aushalten zu können. Zu guter Letzt ist Empathie (das einfühlende und mitfühlende Verstehen) eine Basiskompetenz von Coaches.
  • Aufbau von gesundem Selbstwertgefühl: Jeder Mensch benötigt ein gutes Gefühl für sich selbst und den eigenen Wert. Als Coach, Berater oder Therapeut solltest Du noch darüber hinaus an der Stärkung der eigenen Resilienz (Widerstandsfähigkeit) und konsequentem Aufbau der eigenen „Selbstwertsäulen“ arbeiten. Dazu gehört außerdem, ein bewusster Umgang mit privaten und vielfältigen beruflichen Belastungen also auch Strategien, bei Überlastungen sinnvolle Hilfsmechanismen (z.B. Supervision, Netzwerke) aktivieren zu können. Hilfreich ist auch eine Analyse von „Selbstwertfressern“, z. B. nicht hilfreiche Überzeugungen, Konflikte, belastete Beziehungen, usw.
  • Aufbau- und Ausbau der Coach-Identität: Hierunter verstehen wir die Gesamtheit unseres Handelns im Coach-Kontext. Ein Teil davon ist die Entwicklung der eigenen Arbeitsphilosophie (wofür stehe ich? Was ist mir wichtig? Entwicklung des eigenen Coaching-Stils), eigene Stärken und Schwächen kennen und der bewusste Umgang damit. Dazu kommen auch Impulse für die eigene Weiterentwicklung auf der persönlichen, aber auch der fachlichen Ebene und der Planung und Steuerung des eigenen „Entwicklungsweges“.
  • Umgang mit „schweren Themen“ im Coaching: Tod, Verlusterfahrungen und Trauer gehören zum Leben dazu. Der eigene Umgang mit diesen Themen sollte auch in einer Coaching-Ausbildung eine Rolle spielen (dürfen). Der bewusste Umgang damit hilft, auch bei schweren Themen den professionellen Rahmen zu halten und empathisch mitzugehen.

Ich hoffe ich konnte Dir mit meinen Ausführungen zeigen, wie wichtig die Persönlichkeit des Coaches im Coaching-Prozess ist. „Bauchweh“ bekomme ich manchmal, wenn angehende Coaches oder Berater eine reine „Methodenausbildung“, die für sich genommen gut sein kann, besuchen, und die notwendige „Aus-Bildung“ der Coach-Persönlichkeit fehlt. Schlussendlich ist die Weiterentwicklung (hoffentlich) nie abgeschlossen und Du hast Zeit und Lust, Dich immer weiter zu entwickeln und auch besser zu werden. Sich in seinem Fach weiter zu qualifizieren ist dabei nicht mit „Unvollständigkeit“ gleichzusetzen sondern mit dem Willen, für die Menschen mit denen man arbeitet und für sich selbst der Beste zu sein, der man sein könnte.

21. September 2016 Von Gelesen 73 mal 0 Kommentar

Coach oder Trainer

Du merkst, jetzt ist die Zeit reif: Du möchtest eine Weiterbildung machen, kannst Dich aber nicht zwischen Coach und Trainer entscheiden. Du arbeitest gerne mit Menschen, bist kommunikativ und strukturiert? Dann könnte eine Coaching-Ausbildung das Richtige für Dich sein. Du vermittelst aber auch gerne Wissen? Dann also doch lieber eine Ausbildung zum Trainer?

Wodurch unterscheidet sich eigentlich die Arbeit eines Coaches von der eines Trainers? Diese Frage stellen sich viele Personen, die sich für eine unserer Ausbildungen interessieren. Da es Dir vielleicht ähnlich geht, möchte ich Dir heute 5 Kriterien aufzeigen, welche die beiden Berufsbilder voneinander unterscheiden und Dir gleichzeitig aufzeigen, welche Voraussetzungen Du für die eine oder andere Ausbildung mitbringen solltest.

Was macht eigentlich ein Coach?

Coaching ist eine lösungsorientierte Prozessbegleitung, durch die Dein Klient befähigt werden soll, sein Anliegen bzw. Problem mithilfe seiner Ressourcen selbstständig zu lösen. Um diesem Ziel möglichst nahezukommen, förderst Du als Coach bei Deinem Klienten sowohl die Selbstwahrnehmung als auch die Selbstreflexion und unterstützt ihn in der Bewusstwerdung seines Verhaltens. Coaching im weitesten Sinn hat immer mit der Entwicklung der Persönlichkeit zu tun, also mit dem, was einen im Innersten ausmacht (Einstellungen, Verhaltensmuster, Werte). Ausserdem basiert Coaching auf der Freiwilligkeit des Klienten.

Was macht eigentlich ein Trainer?

Bei einem Training geht es um strukturierte Vermittlung von Wissen oder Fertigkeiten. Als Trainer hast Du gegenüber Deinen Teilnehmern in aller Regel einen Wissensvorsprung, der es Dir ermöglicht einen Lernprozess zu gestalten. Als Trainer präsentierst Du also ein bestimmtes Thema und sorgst im besten Fall für eine Atmosphäre, in der Lernen Spaß machen kann. Du solltest dabei möglichst viele Sinneskanäle ansprechen, da es unterschiedliche Lerntypen in einer Gruppe gibt. So gibt es Menschen, die eher durch zuhören lernen, andere wiederum benötigen eine bildhafte Präsentation. Als Trainer solltest Du Dich also nicht nur fachlich auskennen sondern Dich zusätzlich mit Methodik und Didaktik beschäftigen. Im Gegensatz zum Coaching kommen in ein Training auch häufig Menschen, die von ihren Vorgesetzten „geschickt“ werden, was eine besondere Herausforderung an das Thema Motivation stellt.

Mit diesen beiden Definitionen ist grundsätzlich alles gesagt ist, oder? Doch nicht unbedingt. Es gibt durchaus Parallelen zwischen den beiden, weshalb es tatsächlich nicht immer so einfach ist sich zu entscheiden und es sich durchaus lohnen kann sowohl das eine als auch das andere zu machen.

Selbstständig als Coach oder Trainer

Nehmen wir mal an, Du hast Sozialpädagogik studiert und schon einige Jahre Berufserfahrung. Deine Arbeit in einer Familien-Beratungsstelle macht Dir grundsätzlich Spaß. Du hast das Gefühl, dass Du Dich gut auf die verschiedensten Menschen einstellen kannst und sie sich Dir anvertrauen. Doch irgendetwas fehlt Dir. Du bist in einen Arbeitsalltag eingebunden, der Dich im wahrsten Sinne des Wortes bindet. Gerne würdest Du losgelöst von einer gemeinnützigen Einrichtung Dein "eigenes Ding" machen; Deinen Arbeitstag selber planen, für die Akquisition Deiner Kunden selber verantwortlich sein. Du möchtest das Gefühl haben, dass Deine Arbeit auch finanziell geschätzt wird.

Schon immer hast Du Dich für das Thema Kommunikation und seit einiger Zeit auch für das Thema Resilienz interessiert. Diese Themen würdest Du gerne einem größeren Kreis von Menschen zugänglich machen. Andererseits reizt es Dich, individuelle „Beratungen“ durchzuführen; Menschen dabei zu unterstützen ihr Kommunikationsverhalten zu verbessern, Konflikte zu bewältigen oder auch in Krisenzeiten zu überwinden.

Da Du mit Deiner momentanen Arbeit grundsätzlich zufrieden bist, kann es Sinn machen zunächst nebenberuflich als Coach und Trainerin zu arbeiten. So hättest Du ein gesichertes Einkommen bis sich Deine Neuausrichtung rechnet.

Auf die Reihenfolge kommt es an

Aus meiner Sicht könnte es Sinn machen, sich zunächst auf eine Coaching-Ausbildung zu konzentrieren und zwar aus folgenden Gründen:

  • Während einer Coaching-Ausbildung lernst Du einiges über die Grundbedürfnisse von Menschen, was Dir als Trainerin ebenfalls helfen kann um Dich auf heterogene Gruppen einzustellen
  • Du lernst verschiedenste Fragetechniken kennen, die Du auch im Training einsetzen kannst.
  • Du lernst während der Coaching-Ausbildung eine ganze Menge über Dich selber, was Dir auch bei einer Trainertätigkeit helfen kann.
  • Du lernst Deine „blinden“ Flecken kennen, was Dir den Umgang mit vermeintlich „schwierigen“ Teilnehmern erleichtern kann.
  • Du entwickelst Deine Persönlichkeit, was zu einer selbstbewussten Trainerhaltung führen kann
  • Nebenbei lernst Du, vor einer Gruppe zu sprechen und Dinge auf den Punkt zu bringen

Dies sind nur ein paar Beispiele, dafür, dass eine Coaching-Ausbildung einer Trainer-Ausbildung vorangestellt werden könnte, wenn Du vorhast beides anzubieten. Übrigens halten die meisten Coaches zusätzlich Seminare bzw. Workshops um sich ein zweites Standbein aufzubauen. Dies ist ausserdem einegute Möglichkeit sich einen Namen zu machen und darüber hinaus Klienten für ein Coaching zu gewinnen.

Würdest Du nach einer Coaching-Ausbildung noch eine Trainer-Ausbildung absolvieren wollen, hättest Du bereits die besten Voraussetzungen. Denn in der Trainer-Ausbildung geht es in erster Linien darum,

  • wie Du Dein fachliches Thema strukturiert präsentieren kannst
  • Du eine ansprechende Lernatmosphäre schaffen kannst
  • Du einen Lernprozess in der Gruppe moderieren kannst und wie
  • Du als Trainer-/in authentisch rüberkommst und
  • Wie Du mit vermeintlichen „Störern“ umgehen kannst.

Das, was ich eben geschrieben habe, soll aber nicht heißen, dass jeder eine Coaching-Ausbildung machen muss, der als Trainer arbeiten möchte. Nur, wenn Du Dir grundsätzlich beides vorstellen kannst, würde die beschriebene Reihenfolge aus meiner Sicht Sinn machen.

Grundsätzlich lässt sich folgendes sagen:

Eine Trainer-Ausbildung kann für Dich Sinn machen, wenn Du

  • gerne vor Gruppen stehst
  • strukturiert und kommunikativ bist
  • gerne Dein Wissen teilst
  • Spaß an der Gestaltung von Lernprozessen hast
  • Spaß am Lernerfolg anderer hast

Eine Coaching-Ausbildung kann für Dich Sinn machen, wenn Du:

  • mehr über Dich selbst erfahren möchtest,
  • Deine Persönlichkeit weiterentwickeln möchtest
  • lernen möchtest, wie Du andere Menschen bei deren Zielerreichung unterstützen kannst,
  • strukturiert und kommunikativ bist
  • Spaß an der Gestaltung von Entwicklungsprozessen hast
  • Spaß am Erfolg anderer hast

Ich hoffe, ich konnte Dir einen kleinen Einblick in die Unterschiede und Parallelen einer Coaching-Ausbildung bzw. Trainer-Ausbildung geben.

Wenn Du Fragen zu der ein oder anderen Ausbildung hast, kannst Du Dich gerne bei uns melden. Vielleicht hilft Dir auch unser Buch „Jetzt werde ich Coach!“ , das im April im Beltz Verlag erscheinen ist weiter.

07. September 2016 Von Gelesen 163 mal 0 Kommentar

Buchempfehlungen für Coaches

Sommerzeit ist Lesezeit. Klar, im Urlaub wirst Du Dich wahrscheinlich weniger mit Fachliteratur beschäftigt haben. Doch die derzeitigen Temperaturen laden immer noch ein es sich mit einem Buch auf Balkon oder Terrasse gemütlich zu machen. Und warum jetzt nicht mal ein Fachbuch in die Hand nehmen?

Ich möchte Dir heute einige Coaching-Bücher empfehlen, die aus meiner Warte wirklich lesenswert sind.

Hierbei handelt es sich um Bücher, die sich sowohl an Coaching-Einsteiger als auch an Profis wenden. Sie können aber ebenso interessant für Dich sein, wenn Du Dich für eine Coaching-Ausbildung interessierst und Dich in das Thema einlesen möchtest. Zu jedem der Bücher erläutere ich Dir den Inhalt und den Nutzen den ich daraus gezogen habe. Somit handelt es sich um persönliche Empfehlungen.

Buch 1 - Handbuch Coaching und Beratung

Produkt-InformationVon Björn Migge, erschienen im Beltz Verlag, 737 Seiten

Inhalt:

Dieses Buch hat sich mittlerweile zum Klassiker in der Coaching-Literatur entwickelt. Im März 2014 erschien bereits die 3. Auflage. Es ist, wie ich finde, eine breite Einführung in das Thema. Björns Buch gibt einen guten Rundumblick über Theorie und Praxis. Es sind zwar mehr als 700 Seiten und ich kenne niemanden der es von Anfang bis Ende gelesen hat, aber Du findest zu (fast) jedem themenbezogenen Stichwort einen Eintrag. Egal ob es sich um Definitionen, Prozessaufbau, Methoden oder Therapieformen handelt, um nur einige Punkte zu nennen. Somit ist es auch ein geniales Nachschlagewerk. Die vielen Fallvignetten und Übungen regen zum Nachdenken an und können Dir beim Sprung in die Praxis helfen. Das Buch ist nicht auf eine bestimmte Coaching-Methode oder Richtung fixiert, sondern bildet alles ab was der Markt zu bieten hat.

Persönlicher Nutzen:

Ich mag die einfache, klare Sprache, die umfangreichen Übungen und die häufigen Aufforderungen kritisch zu sein. Kritisch im Sinne von hinterfragen. Auch und gerade bezogen auf die Inhalte des Buches. In vielen Bereichen gibt Björn seine Meinung wieder und betont dies auch. So bleibt der nötige Freiraum sich seine eigene Meinung zu bilden. Kein erhobener Zeigefinger sagt, was Du als Coach zu tun und zu lassen hast.

Preis: 58 Euro.

Buch 2 - Gekonnt coachen

Produkt-InformationVon Martina Schmidt-Tanger, erschienen im Junfermann Verlag, 171 Seiten

Inhalt:

Dieses Buch richtet sich an Coaches, die ihre Arbeit professionalisieren möchten. Das heißt, wenn Du bereits erste Erfahrungen gemacht hast, lernst Du in diesem Buch wie Du Deine Arbeit als Coach klarer, kraftvoller und präziser werden lassen kannst. Vom Erstkontakt bis zum Abschluss gibt Martina Schmidt-Tanger Modelle an die Hand, mit deren Hilfe Du einen zielgerichteten Prozess in Gang bringen und auch halten kannst. Dabei legt sie viel Wert auf sprachliche Präzision.

Im zweiten Teil ermuntert sie zu wohlwollender Provokation und erklärt sehr anschaulich, in welchen Situationen es angebracht ist zu provozieren (natürlich wertschätzend) und wann besser nicht.

Das Buch hat zwar den Fokus auf Business-Coaching. Die Modelle sind aber genauso gut auf das Personal-Coaching anzuwenden.

Persönlicher Nutzen:

Für mich ein Buch mit echtem Mehrwert, da sie auch auf mögliche Stolperfallen hinweist und erklärt, wie man sie umgehen kann. Insgesamt eine gute Mischung aus Theorie und Praxis. Manche Modelle sind für meinen Geschmack etwas zu starr. Aber das liegt ja im Auge des Betrachters und jeder hat die Möglichkeit, ein Modell an seine Bedürfnisse anzupassen.

Preis: 19,95 Euro

Buch 3 - Coaching: Miteinander Ziele erreichen

Produkt-InformationVon Maren Fischer-Epe, erschienen im rororo Verlag, 272 Seiten

Inhalt:

Auch dieses Buch ist für mich ein echter Klassiker. Es steckt voller Infos rund um das Thema Coaching. Du lernst, wie Du ein Gespräch strukturierst, welche Rolle Du als Coach einnimmst, was Lösungsorientierung bedeutet, wie Du Werkzeuge verantwortungsvoll einsetzt, das praktische Vorgehen beim Coaching und etwas über den „idealen“ Coach. Aufgrund der Seitenzahl wird nicht jedes Thema bis in die absolute Tiefen behandelt. Aber als Einstieg ist es ideal geeignet.

Persönlicher Nutzen:

Auch ich habe diese Buch anfangs verschlungen, weil es so leicht zu lesen und gut nachvollziehbar geschrieben ist.

Preis: 9,90 Euro

Buch 4 - Coaching-Tools

Produkt-InformationVon Christopher Rauen (Hrsg.), erschienen bei mangerSeminare, 368 Seiten

Inhalt:

Dieses Buch ist eine reine Methodensammlung. Christopher Rauen hat Tools verschiedener Coaches zusammengetragen und sie den jeweiligen Phasen eines Coaching-Prozesses zugeordnet. So kannst Du Dir ein passendes Tool aussuchen und es für Deine Situation bzw. Deinen Klienten anpassen. Das halte ich für sehr wichtig. Die Methoden ersetzen nicht den Coach. Du wirst bei der Anwendung der Techniken merken, was Du ändern musst damit es zu „Deinem“ Tool wird.

Persönlicher Nutzen:

Die Sammlung ist sehr hilfreich, weil Du Ideen für konkrete Situationen erhältst. Ich habe hieraus schon so manches Tool genutzt, wobei mir eher die kurzen, knackigen Methoden liegen als die über viele Seiten beschriebenen.

Preis 49,90 €

Buch 5 – Jetzt werde ich Coach

Produkt-InformationVon Peter Reitz und Christiane Richter, erschienen im Beltz Verlag, April 2016, 204 Seiten

Inhalt:

Wir möchten in diesem Buch Coaching-Einsteigern zeigen, worauf es als angehender Coach ankommt und wie man den eingeschlagenen Weg professionell gehen kann. Neben der grundsätzlichen Überlegung, ob man sich zum Personal- oder zum Businesscoach fortbilden sollte, beleuchten wir persönliche und fachliche Voraussetzungen und beschreiben verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten. Das Buch zeigt, wie Du Kunden akquirieren und Dich in einer Nische etablieren kannst; es benennt Wege und Möglichkeiten, sich in der Branche zu vernetzen und wie Du sinnvoll in die eigene Weiterbildung investieren kannst.

Persönlicher Nutzen:

Da wir das Buch selber geschrieben haben, kann ich Dich hier auf die bisherigen Rezensionen verweisen.

Preis: 29,50

Das Lesen von Fachbüchern halte ich für absolut wichtig um auf dem Laufenden zu bleiben, neue Ideen zu bekommen und um sich selber weiter zu entwickeln. Die fünf Bücher, Die ich Dir vorgestellt habe, sind nur ein Bruchteil derer, die es derzeit auf dem Markt gibt. Die Auswahl soll Dir lediglich den Einstieg erleichtern.

Viel Spaß bei Deiner Lektüre!

30. August 2016 Von Gelesen 213 mal 0 Kommentar

Bereits im ersten Teil wollte ich Dir klarmachen, dass eine genaue Formulierung Deines Angebotes unabdingbar ist, wenn Du Dich in einer Marktnische platzieren willst. Ohne Nische wird es nicht gehen, sonst bleibst Du der „Wald-und-Wiesen“ Coach. Eine Platzierung (manchmal auch Positionierung genannt) schafft auch Wiedererkennungswert für Dein Angebot. Wenn Du „ernst machst“, hast Du bereits im Teil 1 eine Standortanalyse durchgeführt. Du weißt, wo Du schon gut bist bzw. welches Thema Dir am Herzen liegt. Nun liegt es an Dir, den nächsten Schritt zu gehen und Dich als Experte zu positionieren. Im heutigen, zweiten Teil der Artikelserie zeige ich Dir, wie Du in Deinem Coaching-Thema ein Experte wirst. Damit meine ich, dass Du von anderen (im besten Fall natürlich von potentiellen Kunden) als Koryphäe und Profi in Deinem Fach wahrgenommen wirst. Sonst werkelst Du „still und heimlich“ in Deinem Kämmerlein vor Dich hin, niemand weiß aber von Dir und Deiner Kompetenz.

Eins vorweg: Die hier gezeigten steps funktionieren nicht über Nacht! Du brauchst Fleiß und eine gute Portion Ausdauer, sonst wird es nichts werden.

Starte einen Blog und sorge für regelmäßigen Content

Falls potentielle Kunden sich im Internet auf die Suche nach Lösungen für Ihre Probleme machen, spielt die „Relevanz“ Deiner Seite für Google eine große Rolle. Es ist kein Geheimnis, dass eine Seite mit zielgruppenrelevanten Inhalten, für Google „interessanter“ ist als solche Seiten, die nur wenig Inhalte haben. Interessanter bedeutet in dem Moment, dass sie ein höheres Ranking besitzt und weiter oben angezeigt wird, dem Suchenden also eher ins Auge sticht. Bevor Du Deinen Blog startest mache Dir allerdings Gedanken darüber, was Deine Zielgruppe lesen möchte bzw. nach was diese sucht.

Beispiel aus meiner Praxis: Die Personalabteilung einer Bank hat „Probleme“ mit einem neu eingestellten Bereichsleiter. Dieser ist zwar fachlich sehr gut und glänzte in der vorigen Stellung mit ausgezeichneten Zahlen. In der neuen Anstellung zieht er aber „Konflikte“ an und es kommt zu lautstarken Auseinandersetzungen mit Teamleitern, die ihm unterstellt sind. Das alarmiert auch die Personalabteilung, da drei der Teamleiter mit Kündigung gedroht haben, einer hat bereits gekündigt. Da im Unternehmen noch sehr wenig Erfahrung mit dem Thema Coaching besteht, recherchiert man im Internet - auf der Suche nach kompetenter Hilfe. Folgende „Schlagworte“ werden eingegeben: „Wie findet man einen kompetenten Coach?“, „Coaching bei Konflikten im Team“ sowie „Team-Coaching“. Jetzt könntest Du z.B. einen Blog-Artikel schreiben mit: „Wie findet man einen kompetenten Coach? - Die fünf Kriterien zur perfekten Auswahl“. Achte darauf, dass Dein Artikel nicht zu kurz ist - als Faustregel gelten 500-800 Wörter. Bedenke auch, dass Du wichtige „Schlüsselwörter“ wie Coach, Coaching, Kompetenz, Kriterien, usw. auch noch 1-3 Mal im Text benennst. Das mag Google. So leitest Du potentielle Interessenten über zielgruppenrelevante Inhalte auf Deine Webseite, auf der Du in entsprechenden Beiträgen Deine Expertise zeigst.

Mache es Dir zur Angewohnheit, regelmäßig Artikel zu schreiben. Das muss nicht jede Woche sein, wäre aber gut. Als Minimum solltest Du es Dir zur Aufgabe setzen, einen Artikel pro Monat zu schreiben. Sinnvoll ist es, die Beiträge gegenlesen zu lassen um „grobe Schnitzer“ herauszufiltern und die Verständlichkeit Deiner Texte sicherzustellen und stetig zu verbessern.

Zeige Dich

„Mache ich doch schon, ich habe ja den Blog“. Diese Denke ist prinzipiell richtig. Es gibt aber auch Zielgruppen, die eher in Printmedien, z.B. Anzeigen oder Artikeln in Zeitschriften, nach Lösungen suchen. Achte hierbei auf das passende Printmedium. Das kann eine Tages- oder Wochenzeitung sein die regional erscheint. Vielleicht ist es auch eine bestimmte Branchenzeitung, die von Dir einen Fachartikel entgegennimmt. Im Aufbau von Expertise hat sich auch gezeigt, dass das Vertrauen in die Person des Coaches eine sehr große Rolle spielt. Vielleicht liegt es Dir, zu Deinem Thema einen Ausschnitt in einem kostenlosen Vortrag vorzustellen und im Nachgang noch einen Artikel zu platzieren oder in einem Blog-Artikel darüber zu berichten.

Schreibe Artikel für andere

Zurück zum Internet: Gibt es Blogs, die über Dein Thema oder ein ähnliches berichten? Frage nach, ob es Bedarf gibt an Gastartikeln. Auch hier erzeugst Du Aufmerksamkeit. Nicht, in dem Du „plump“ für Dein Angebot wirbst, sondern dadurch, dass Du kompetent über Dein Thema schreibst und dem Leser eine Lösung für sein Problem anbietest.
Weiter oben erwähnte ich bereits sinngemäß: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Solltest Du Neuling im Bereich Coach-Marketing sein gebe ich Dir noch einen brandheißen Tipp auf den Weg: Fange an!
Im dritten und letzten Teil werde ich Dir berichten, wie Du in Deinem Bereich in die „Königsklasse“ aufsteigst.
Sei gespannt! :-)

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