02. Dezember 2016 Von Gelesen 22 mal 0 Kommentar

Coaching zur WillensbildungWelche Strategien Deinen Coaching-Klienten helfen können, ihre Pläne in Taten umzusetzen

Sicherlich hast Du schon von Prokrastination gehört, dieser leidigen Eigenschaft, Vorhaben immer wieder hinaus zu zögern. Zum Beispiel kommt ein Coaching-Klient zu Dir in die Praxis und möchte sich eigentlich beruflich verändern, aber es gibt immer wieder Umstände die ihn von der Veränderung abhalten. Irgendetwas ist stets vermeintlich wichtiger bzw. gibt es viele Gründe, warum „es“ nicht geht.

Das Gegenteil zu dieser „Aufschieberitis" heißt Volition. Darunter versteht man die Kompetenz einmal gesetzte Ziele in die Tat umzusetzen und zwar auch gegen innere Widerstände. Heute möchte ich Dir ein paar Tipps geben, wie Du Deine Coaching-Klienten noch besser unterstützen kannst, wenn es um die konkrete Umsetzung ihrer Vorhaben geht. Du kannst Dir vorstellen, dass es dazu keinen Knopf gibt den Du drücken kannst, doch gibt es ein paar Coaching-Strategien, wie Deine Klienten ihre Umsetzungsstärke indirekt erhöhen können.

Hierzu gehören Reflexionsfragen, die die jeweilige Strategie unterstützen bzw. stärken können.

Coaching-Strategie 1 - Druck abbauen

Druck erzeugt Gegendruck. Wenn unsere Klienten etwas „zu sehr“ wollen, kann dies dazu führen, dass sich Trotzreaktionen und Abwehrhaltungen breit machen. Dadurch wird die Hürde anzufangen immer höher. Hier kann es helfen, eine vermeintlich große Aufgabe in überschaubare Teilaufgaben zu zerlegen, die leicht erledigt werden können. So kann der Coaching-Klient vom „Müssen“ zum „Wollen“ kommen.

Mögliche Reflexionsfragen:

  • In welche Teilaufgaben lässt sich meine Aufgabe zerlegen, die ich leicht erledigen kann?
  • Welche drei Dinge würden den Tag, die Woche, den Monat für mich erfolgreich machen?

Coaching-Strategie 2 - Willenskraft aufbauen

Ähnlich einer entladenen Batterie, können Deine Klienten ihre Willensstärke aufladen, indem Du ihnen dabei hilfst, sich auf eigene Fähigkeiten und Leistungen zu konzentrieren, statt darauf zu warten z. B. vom Chef gelobt zu werden oder sich fremdbestimmt zu fühlen.

Mögliche Reflexionsfragen:

  • Was kann ich besonders gut?
  • Womit hatte ich bereits Erfolg?
  • Was macht mir an meiner Arbeit Spaß?
  • Welchen Beitrag kann ich durch sie leisten?

Coaching-Strategie 3 - Stärken des Selbstbewusstseins

Ist Dein Klient unsicher, in dem was er tut bzw. indem was er möchte, kann Angst vor dem Scheitern der Grund dafür sein nicht anzufangen. Hier wäre es wichtig, dass Deine Klienten lernen an den Erfolg ihres Tuns zu glauben. Ein hilfreiches Mittel Selbstvertrauen aufzubauen, kann die Erinnerung an erfolgreiche Situationen sein, z. B. in der er einen wesentlichen Beitrag für eine Gemeinschaft bzw. ein Team geleistet hat oder eine Situation in der er etwas bestimmtes gestaltet hat, also Handlungskompetenz bewiesen hat.

Mögliche Reflexionsfragen:

  • Welche ähnliche Situationen habe ich schon bewältigt?
  • Wie habe ich das gemacht?
  • Wer oder was hat mir dabei geholfen?

Coaching-Strategie 4 - Ziel imaginieren

Zur Umsetzungsstärke gehören auch immer positive Emotionen. Im Coaching sprechen wir davon die „Betriebstemperatur" anzuheben. Und was könnte besser sein, als sich vorzustellen das Ziel wäre schon erreicht? Verhilf also Deinem Klienten dazu, sich so konkret wie möglich vorzustellen, er hätte sein Ziel schon erreicht. Was hätte sich verändert? Wie konkret würde er sich fühlen?

Mögliche Reflexionsfragen:

  • Wie werde ich mich fühlen, wenn das Ziel erreicht ist?
  • Was werde ich denken?
  • Was tun?

Coaching-Strategie 5 - Bewusstmachung der eigenen Werte

Eine ganz wesentliche Strategie, wie ich finde. Nicht selten wird eine Umsetzung verhindert, weil das Ziel nicht mit den eigenen Werten übereinstimmt. Dazu ein kleines Beispiel: Ein Klient kommt zu Dir ins Coaching weil er sich aufraffen möchte, regelmäßig Sport zu treiben. Alleine kann er seinen „inneren Schweinehund“ nicht überwinden. Im Laufe des Coaching wird relativ schnell klar, dass Dein Klient nur deshalb Sport treiben möchte, weil es gesellschaftlich angesagt ist. Er selber hat überhaupt keine Lust dazu und sieht gar keinen Sinn darin Sport zu treiben. Somit ist sein Ziel Sport zu treiben so gut wie nicht erreichbar.

Das heißt, wenn die eigenen Werte nicht zum gewünschten Ziel passen, fehlt es an Motivation. In der Konsequenz ist es wichtig, dass Du Deinen Klienten dabei hilfst, sich ihrer eigenen Werte bewusst zu werden. Dies machst Du zum Beispiel dadurch, dass Du mit Deinen Klienten wichtige Stationen und Ereignisse seines Lebens anschaust und nach Gemeinsamkeiten suchst.

Mögliche Reflexionsfragen:

  • Welche wesentlichen Entscheidungen gab es in meinem Leben?
  • Welche Gemeinsamkeiten lagen ihnen zugrunde?
  • Welche drei wesentlichen Werte bestimmen mein alltägliches Handeln?

Coaching-Strategie 6 - Dranbleiben lernen

Leichter gesagt als getan. Du kennst bestimmt das Phänomen der guten Vorsätze zu Beginn eines Jahres. Sei es „weniger Süßigkeiten“ oder „mehr Sport“. Nicht selten sind im Februar die Vorsätze schon wieder vergessen. Ähnlich wie bei der Imagination der Ziele, ist es auch hier wichtig, den Klienten in eine emotional gehobene Stimmung zu bringen. Also die Etappenziele so wählen, dass eine Motivation erhalten bleiben kann. Ist das erste Etappenziel erreicht, stellt sich eine Befriedigung und gleichzeitig eine Motivation für das nächste Ziel ein. Auch die oben erwähnten „richtigen“ Werte helfen dabei dran zu bleiben. Wenn Dein Klient überzeugt davon ist das Richtige zu tun, muss er sich nicht zwingen.

Mögliche Reflexionsfragen:

  • Welchen mentalen Zustand möchte ich bei den jeweiligen Etappenzielen erreichen?
  • Welche Signalwörter könnten mir helfen motiviert zu bleiben?

Welche Strategien verfolgst Du, um Deine Pläne in die Tat umzusetzen?

16. November 2016 Von Gelesen 169 mal 0 Kommentar

Trainerin und Coach

Eine Selbstständigkeit als Coach zu realisieren ist heute ungleich schwieriger als noch vor 10 Jahren. Die Konkurrenz ist gestiegen und da heißt es sich abzugrenzen. Einerseits natürlich dadurch, dass Du Dein Profil als Coach so scharf formulierst, dass wirklich erkennbar wird wofür Du der Experte bzw. die Expertin bist. Andererseits kann es sinnvoll sein, sich ein zweites Standbein aufzubauen über welches Du im besten Fall sogar neue Klienten generieren kannst. Ich möchte Dir kurz vorstellen warum ich sowohl als Coach als auch als Trainerin arbeite.

Mit dem Zweiten steht man besser - auch als Coach

Neben Deiner Arbeit als Coach hat es sehr viele Vorteile, auch als Trainer bzw. Dozent unterwegs zu sein. Gerne will ich Dir kurz von meinem beruflichen Werdegang berichten: Als ich mit der Coachingtätigkeit begann, hatte ich vorher schon viele Jahre als Trainerin gearbeitet. Wissen strukturiert zu vermitteln, mich auf immer neue Gruppen einzustellen, Lernfortschritte zu sehen und zu begleiten, hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Doch irgendwann hatte ich das Bedürfnis mich auf weniger Menschen gleichzeitig konzentrieren zu müssen. Ich suchte das Eins-zu Eins Gespräch und wechselte zum Coaching, was ich bis heute nicht bereue. Die individuellen Sitzungen mit meinen Klienten sind bereichernd und anspruchsvoll zugleich. Das Vertrauen, dass mir entgegen gebracht wird, beeindruckt mich stets aufs Neue. Anfangs dachte ich, dass es viel einfacher und entspannter sein müsste mit nur einer Person zu arbeiten, da ich mich „nur“ auf eine Person und nicht auf eine ganze Gruppe konzentrieren muss. Doch stellte ich nach einer gewissen Zeit fest, dass dem nicht so ist. Ein intensives Coachinggespräch fordert ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit.

Nicht, dass Du Dich als Trainerin nicht konzentrieren musst. Doch bedingt durch die Dynamik in einer Gruppe, verteilt sich die Aufmerksamkeit und Du stehst als Trainerin nicht ständig im Fokus Deiner Seminarteilnehmer, im Vergleich zum Coaching. Das war eine interessante Erkenntnis für mich, die auf Dauer dazu geführt hat, dass ich nicht nur als Coach sondern zusätzlich wieder als Trainerin arbeite und dies hat für mich enorme Vorteile.

Am meisten lernt der Lehrende - das gilt auch für Trainer

Durch die Arbeit als Trainerin bleibe ich meiner strukturierten Denk- und Arbeitsweise treu, was mir auch dabei hilft einen Coaching-Prozess entsprechend zu steuern. Außerdem erweitere ich durch die Seminartätigkeit meinen Horizont. Denn natürlich lerne ich bei jedem Seminar das ich halte , eine ganze Menge dazu. Wie heißt es doch so schön: „Am meisten lernt der Lehrende“. Weiterhin empfinde ich es als sehr erfrischend und abwechslungsreich, sowohl als Trainer als auch als Coach zu arbeiten. Während ich als Dozentin meinen Seminarteilnehmern neues Wissen vermittle und ihnen auch mal mit einem Ratschlag oder Tipp zu Seite stehe, geht es beim Coaching doch eher darum, einen persönlichen, individuellen Veränderungsprozess meines Klienten zu begleiten, wobei ich mich selber zurücknehmen muss. Auf den Punkt gebracht heißt das: Bei einem Seminar steht das zu vermittelnde Wissen mit Dir als Trainer im Mittelpunkt. Beim Coaching steht Dein Klient im Mittelpunkt. Das ist von der Herangehensweise und der damit verbundenen Einstellung ein riesiger Unterschied.

Durch Schwerpunkte als Trainer bekannt werden

Unabhängig davon, dass es für mich persönlich sinnvoll ist beide Tätigkeiten parallel auszuüben, ist es auch wirtschaftlich von Vorteil. Es gibt immer Zeiten, in den die Auftragslage nicht so rosig ist, wie gewünscht. Da bieten Seminare in aller Regel eine bessere Planungssicherheit als Coachings. Hier besteht z. B. die Möglichkeit, mit verschiedenen Bildungsträgern zusammen zu arbeiten um sich mit einem oder mehreren Spezialthemen einen „Namen" zu machen. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil besteht darin, dass mich meine Seminarteilnehmer nicht nur fachlich sondern auch persönlich kennenlernen können und sich so die Möglichkeit bietet, weitere Aufträge zu generieren, sowohl als Trainer aber auch als Coach.

Doch so unterschiedlich die Arbeit als Trainer bzw. Coach vielleicht klingen mag, gibt es doch viele Gemeinsamkeiten. So kann ich meine Fähigkeiten als Coach im Training einfließen lassen und umgekehrt. So beeinflussen sich doch beide Tätigkeiten und bilden für mich ein sinnvolles Ganzes.

09. November 2016 Von Gelesen 399 mal 0 Kommentar

Einer meiner Glaubenssätze als Kind war: Über Geld spricht man nicht. Nach dem letzten Newsletter haben mich aber einige angesprochen, was man als Trainer eigentlich verdient. Diese Frage will ich heute in diesem Artikel beantworten. Dazu muss ich gleich sagen, dass es „den Trainer“ nicht gibt. Die Bezeichnung „Trainer“ findet sich häufig in verschiedenen Formen wieder. Wenn Du in die Selbstständigkeit gehst, wirst du manchmal als Dozent gebucht, ein anderes Mal wirst Du Seminarleiter sein. In wieder anderen Kontexten in der Erwachsenenbildung sein oder als Weiterbildner auftreten.

Zielgruppen von Trainings

Arbeitest Du neu für einen Auftraggeber, wirst Du in aller Regel mit einem Trainingsvertrag arbeiten. Ein zentraler Bestandteil in diesem ist die Vereinbarung Deines Trainingshonorars. Hier wird (sollte!) auch geregelt werden, ob evtl. anfallende Vorbereitungsmaßnahmen, Fahrtkosten, Hotelkosten, Auftragsklärungsgespräche bzw. Evaluation ebenfalls vergütet werden, oder mit Deinem (Tages-) Honorar abgegolten werden.

Prinzipiell lassen sich drei Zielgruppen für Trainer unterscheiden

1) Privatpersonen
2) Bildungseinrichtungen
3) Unternehmen

Honorare für Trainer bei Privatpersonen

Hierunter fallen oft Angebote, die im weiteren Sinne dem Bereich „Persönlichkeitsentwicklung“ zuzuordnen sind. Ein paar Beispiele für Einzeltrainings: Verkaufstraining am Telefon, Führungskräftetraining zur sicheren Gesprächs- und Verhandlungsführung, Konflikttraining zur besseren Konfliktfähigkeit im Team. Auch eine Sportart oder beispielsweise Yoga könnte im Einzelsetting stattfinden. Die Honorare in diesem Bereich liegen zwischen 40-180 Euro pro Stunde. Im Sportbereich wird häufig auch das Wort „Personal-Training“ oder „Personal-Trainer“ gebraucht. In aller Regel wird es so sein, dass eine Führungskraft für ein Führungskräftetraining einen höheren Stundensatz bezahlt (bzw. bezahlen kann und will), als jemand der die Einzeltrainingsstunde in Yoga bucht.

Vergütung für Trainer bei Bildungseinrichtungen

Hierunter verstehen wir Organisationen, die eine bestimmte Zielgruppe ansprechen. Als Beispiel wären genannt: Handwerker, Ärzte, Arbeitnehmer, Arbeitssuchende, etc. Diese bieten entsprechende Trainingsdienstleistungen als profit-orientierte Organisationen (Wirtschaftsakademie, Bildungswerke, etc.) oder als non-profit bzw. gemeinnützig geführte Gesellschaft an (z.B. Volkshochschulen). Häufig wird der administrative Aufwand wie Teilnehmerbuchung, Seminarraumvorbereitung, Abrechnung usw. von der Bildungseinrichtung übernommen. Die inhaltliche und konzeptionelle Ausgestaltung obliegt dann dem Trainer. Dafür bekommt er ein vorher festgelegtes bzw. ausgehandeltes Honorar pro Stunde (60 min). Im Bereich der Bildungsorganisationen wird als Zeitmaßstab auch häufig von einer UE (= Unterrichtseinheit zu 45 min.) gesprochen. Hier findet sich eine Honorarspanne zwischen 35 Euro und etwa 120 Euro pro UE bzw. Zeitstunde. Arbeitest Du im Bereich der Berufsvorbereitung, Arbeitsmarktnahe Schulungen (z.B. Bewerbungstrainings für Arbeitssuchende) wird Dein Honorar deutlich geringer ausfallen. Hierbei werden Stundenhonorare zwischen 18 und etwa 40 Euro aufgerufen. Die Honorare werden dabei vom Bildungsträger festgelegt. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass es oftmals noch Spielraum gibt und auch ein Verhandeln sich für Dich lohnen kann.

Trainerhonorare bei Unternehmen

Die Arbeit für Firmen ist für viele „die Königsklasse“ als Trainer. Warum kannst Du Dir vielleicht schon denken: Unternehmen sind viel eher bereit, ein wesentlich höheres Honorar zu bezahlen als dies bei Privatpersonen oder Bildungsträgern ist. Mehr noch: Bleibst Du in Deiner Honorargestaltung unter einem bestimmten Honorarsatz, wirst Du von vielen Unternehmen gleich aussortiert da Du schlichtweg „zu billig“ bist. Bietest Du als Trainer beispielsweise ein Teamtraining für 600 Euro an, bist Du sozusagen gleich „raus“. Aus vielerlei Gründen sind Trainings für Unternehmen „mehr“ Wert:

  • Firmen besitzen bereits fest geplante Weiterbildungsbudgets, in denen die Kosten für potentielle Trainings ebenfalls erfasst sind.
  • Die Weiterentwicklung und Schuldung von Mitarbeitern sind für Unternehmen unabdingbare Zukunftsaufgaben, um konkurrenzfähig zu bleiben oder bestimmte, neue Technologien nutzen zu können.
  • Trainingsmaßnahmen können bzw. sollen mitarbeitermotivierend sein und damit auch die Bindung des Mitarbeiters an das Unternehmen erhöhen.

Schlussendlich bemisst sich Dein Trainingshonorar bzw. Dein Tagessatz bei Firmen noch an weiteren Komponenten:

  • Wie „dringend“ ist die Problemlösung, die Du dem Unternehmen bietest? Ein Beispiel: Ein deutsches Unternehmen hat die Möglichkeit, in den chinesischen Markt einzutreten und dort einen wichtigen Handelspartner zu akquirieren. Das Auftragsvolumen beträgt 10 Millionen Dollar. In zwei Wochen soll eine Delegation dorthin fliegen. Gesucht wird ein Trainer für interkulturelle Kompetenz, der in drei Tagen die Delegation fit machen soll. Was glaubst Du, wie hoch wird (kann) der Tagessatz des Trainers sein?
  • Wie bekannt bist Du bereits in Deinem Metier? Bist Du in Deinem Thema ein Experte und Dein Ruf eilt Dir voraus?
  • Auch die Menge der Trainingstage spielt bei der Gestaltung des Tagessatzes eine Rolle

Als grober Richtwert kannst Du bei einem „Wirtschaftstraining“ mit einem Honorar von 850 - ca. 2000 Euro pro Trainingstag rechnen. Wenn wir eine Inhouse Coaching-Ausbildung durchführen, rechnen wir mit Tagessätzen ab 1800 Euro und einem durchführenden Trainer vor Ort. Dazu kommen die sogenannten „Spesen“ wie Bahnticket 2. Klasse und Hotelübernachtung, wenn der Einsatz mit Reisetätigkeit verbunden ist.

Auf in die Firmen?! 

Vielleicht denkst Du jetzt: Oh ja, ich will unbedingt als Trainer für Unternehmen arbeiten! Wirtschaftlich gesehen wäre dies sicherlich eine lukrative Angelegenheit. Nicht verschweigen sollte man allerdings, dass dies häufig mit einer hohen Anzahl von Reisetätigkeit bzw. Reisetagen verbunden sein kann. So könntest Du im Monat realistisch gesehen etwa 5- 10 Trainingstage mit Reisetätigkeit abdecken, je nachdem welches „Backoffice“ Du hast. Sprich: Hast Du ein oder mehrere Angestellte, die sich in Deiner Abwesenheit um Terminvereinbarung, Akquise, Bürotätigkeiten, Marketing, Steuer oder ähnliches kümmern.

Grundsätzlich ist es wesentlich einfacher, in den ersten beiden Bereichen in das Trainingsbusiness einzusteigen. Willst Du in den Unternehmensbereich vorstoßen, solltest Du Dich vor allem sehr gut vermarkten können, Ausdauer haben, über gute Netzwerke verfügen und aktives Beziehungsmanagement betreiben.

Du möchtest das Handwerkszeug lernen, um als Trainer nachhaltige Seminare konzipieren und durchführen zu können?

Am 8. Februar 2017 beginnt unsere Strukturierte Trainer-Ausbildung. Hier bekommst Du die wichtigen Infos!

25. Oktober 2016 Von Gelesen 297 mal 0 Kommentar

- Wie du als Trainer einen „bunten Haufen“ zu einer performanten Weiterbildungsgruppe begleitest -

Kennst Du langweilige Redner oder Seminarleiter, die vor allem sich selbst gerne reden hören und sich dabei ganz toll finden? Vielleicht noch solche, die auch gerne von der Gruppe hören wie toll sie eigentlich sind und dabei eigentlich nur den „Applaus“ suchen? Du denkst ich übertreibe? Ich selbst habe solche Menschen kennengelernt und musste feststellen, dass es fachlich absolute Koryphäen gibt die aber in der Weitergabe ihres Wissens absolute Nieten waren. In diesem Artikel möchte ich Dir zeigen, wie wichtig eine planvolle Gruppenleitung als Trainer ist und Du vor allem immer wissen solltest, was Du tust.

Man nehme eine Handvoll Menschen und gebe ihnen eine Aufgabe, alles andere erlegt sich von selbst…leider ist es nicht ganz so einfach. Damit eine Gruppe arbeitsfähig wird und eine entsprechende Performance (also Arbeitsleistung) erreichen kann, braucht es verschiedene Schritte. Am Beispiel des Phasenmodells von Bruce Tuckman erkläre ich Dir, wie Du es angehen kannst. Das Modell ist in der Praxis sehr weit verbreitet und bietet eine gute Hilfestellung und Orientierung.

Phasenmodell von Tuckman im Training

Das Phasenmodell besteht in seiner Grundfassung in vier Phasen:

1. Phase: Forming:

In dieser Phase steht das Ankommen in der Gruppe und dazu das gemeinsame Kennenlernen der Gruppenmitglieder im Vordergrund. Ich finde das immer einen ganz „heiligen Moment“. Der Raum ist erfüllt von gespannter Erwartung, Aufmerksamkeit aber vielleicht auch etwas „Angst“ was jetzt gleich kommt. „Ungestellte Fragen“ liegen oft im Raum: Wer sind die anderen? Was genau wird von mir erwartet? Wer macht hier die Regeln und was darf hier sein?

Dein Job als Trainer:

Sorge für einen sicheren Rahmen. Ganz wichtig ist es am Beginn eines Seminars, für möglichst viel Transparenz zu sorgen um das Bedürfnis der Teilnehmer nach „Sicherheit“ zu befriedigen. Das sind neben organisatorischen Belangen auch die Möglichkeit, die anderen kennenzulernen, gesehen und gehört zu werden (wichtig zu sein) und auch (im Rahmen der Möglichkeiten) mitgestalten zu können. Am Beginn eines Seminars, nach der ersten Einführung und dem Kennenlernen sage ich oft den Satz (und schreibe ihn auch an!): Bitte sorgt gut für euch! Damit möchte ich die Verantwortung jedes einzelnen Teilnehmers und das persönliche Autonomieerleben stärken. Hier beginnt der Einzelne bereits, seinen Platz in der Gruppe zu suchen, sich anzunähern bzw. abzugrenzen.

2. Phase: Storming

Als Trainer kannst Du von der Forming-Phase hierzu gut überleiten, in dem Du die Gruppe mehr und mehr einbindest in das Seminar. In dieser Phase haben sich die Teilnehmer schon weiter kennengelernt. Sympathien aber auch Abneigungen bzw. Vorurteile die vielleicht schon in der 1. Phase da waren haben sich verfestigt oder wurden vielleicht aufgelöst. Manchmal kristallisieren sich auch schon unterschwellige Konflikte heraus oder es bilden sich Grüppchen.

Dein Job als Trainer:

Versuche, die entstehenden Konflikte bzw. Unterschiede konstruktiv für die Bildung wichtiger Gruppenmerkmale zu nutzen. Ein wichtiges Gruppenmerkmal ist das Vorhandensein von Diversität (Unterschiedlichkeit). Eine arbeitsfähige Gruppe braucht also verschiedene Rollen (z. B. die Rolle des Kritikers, die Rolle des Visionärs, Rolle des Antreibers, etc.). Wichtig ist es, diese Phase der Gruppenbildung zu nutzen um das Ziel der Gruppe in den Fokus zu lenken. Wichtig ist auch zu signalisieren, dass diese Unterschiedlichkeit (der Gruppenmitglieder) sein darf und von der Gruppenleitung wertgeschätzt wird. Mit dieser, meist implizit transportierten „Gruppenregel“ transportiert die Leitung Offenheit aber auch einen Rahmen, der vor Eskalation schützt bzw. schützen sollte. Diese Phase ist immens wichtig, damit wir zur nächsten Phase gelangen können.

3. Phase: Norming

In der Norming-Phase werden Prozesse und Regeln mehr und mehr sichtbar (implizit oder explizit), mit denen die Gruppe als Team arbeiten kann. Jetzt sind (hoffentlich) wichtige Rollen, die in der Storming-Phase „umkämpft“ waren gefunden und die Gruppe kann sich mehr und mehr dem eigentlichen „Sachthema“ zuwenden.

Dein Job als Trainer:

Begleite die Gruppe bei der Findung der Regeln und achte auf deren Einhaltung. Je stärker bzw. besser sich diese etablieren, desto eher kannst Du von Deiner anfänglichen Führungsrolle in die Rolle des Moderators oder Coaches gehen.

4. Phase: Performing

Hier wären wir nun in der eigentlichen „Performance-Phase“ angekommen, in der die Gruppe als Ansammlung von Seminarteilnehmern ein Team wurde, dass sich der gemeinsamen Bewältigung einer „Problemstellung“ (Aneignung von Wissen, Kompetenzaufbau, Erfahrungslernen, etc.) zuwenden kann.

Dein Job als Trainer:

Kern Deiner Aufgabe in dieser Phase sollte es sein, die Zielerreichung der Gruppe weiter im Auge zu behalten und die Weiterentwicklung (z. B. Problemlösekompetenz, Einbringen in der Gruppe, Übernehmen von Aufgaben, etc.) der einzelnen Mitglieder zu stärken. Ist die Gruppe gut „ans Arbeiten“ gekommen, kannst Du Dich noch mehr in der Rolle des Moderators wiederfinden.

Von der Theorie in die Trainer-Praxis

Nicht alle Phasen werden in der Praxis gleich lang durchlaufen. Je nach Zusammenstellung der Gruppe, Anlass, Gruppengröße und noch anderen Faktoren sind die einzelnen Phasen unterschiedlich stark ausgeprägt. In der Praxis bietet das Modell aber eine große Hilfe, wenn Du kompetent als Trainer agieren möchtest und eine Gruppe wirklich führen willst.

Du möchtest wissen, wie Du methodisch in den einzelnen Phasen agieren kannst? Du findest das Thema Trainerrolle, Wissensvermittlung und Gruppenleitung sowie Gruppendynamik spannend?

Am 8. Februar beginnt unsere Strukturierte Trainerausbildung in Gelnhausen (bei Frankfurt). In dieser Ausbildung geben wir unsere jahrzehntelange Erfahrung als Trainer an Dich weiter und helfen Dir, Dein wichtigstes Kapital als Trainer zu entwickeln: Deine Persönlichkeit! Du willst uns kennenlernen und hast noch weitere Fragen zur Ausbildung? Dann mache jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin mit uns aus.

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